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Weiblichkeit. Meine ewig unvergeßliche Bertha ſagte auf ihrem Todtenbette: Wenn Du einſt an elne zweite Wahl denkſt, ſo erinnere Dich an die Bitte Deiner ſterbenden Gattin: ſieh auf nichts Anderes als auf ein gutes Herz! — Dieſe Worte haben mir ſtets vorgeſchwebt, und deß⸗ halb habe ich Elfride gewählt, ſo arm ſie auch ſeyn mag, ſie iſt wuͤrdig, Berthas Nachfolgerin zu werden, eine gute Mutter für meinen Hermann und eine liebende Schweſter für unſre vortreffliche Karollne.
Da weiter Nichts im Wege ſteht und mein Haus, je eher je beſſer, einer ordnenden Hand bedarf, welche es ſo lange vermißte, werde ich in den nächſten Tagen das Aufgebot beſorgen laſſen. In drei Wochen komme ich nach M...., um mit Beihülfe unſrer guten Karoline eine kleine Generalmuſterung in Haus, Keller und Hof abzuhalten, dann reiſen wir, ſo Gott will, Alle ſammt und ſonders, die Buben mit, nach B.. und halten Hochzeit.
Und nun ſey Gott mit Dir, beſter Bruder! Grüße Deine Karoline aufs herzlichſte, küſſe mir die Kleinen und nimm die Verſicherung unwandelbarer Freundſchaft und Liebe von Deinem
Eberhard Dahl.“
„Was habe ich immer von dem Nutzen der Reiſe geſagt?“ fragte der Doktor lächelnd, als er den Brief durchgeleſen hatte, und reichte dieſen mit ſichtbarer Freude ſeiner Gattin.
Karoline ahnte den Inhalt und griff haſtig nach dem bedeutungsvollen Blatte. Lange blieben ihre Augen dar⸗ auf haften und als ſie wieder aufſah, war ihr Blick von Thränen umſchleiert und mit einem Seufzer flüſterte ſie: „Ein Jahr und ein paar Wochen! Bertha hatte Recht, ſie ſollte bald vergeſſen ſeyn. O Männer!“
„Na, das iſt wahr, ihr Weiber ſeyd doch ſonderbares Volk;“ entgegnete Bundler, halb verdrießlich.„Wie oft
haſt Du nicht ſelbſt den Wunſch ausgeſprochen, da Du den betrübten Zuſtand des armen Dahls ſahſt, wenn es


