ſchaft ſtand, auch nur irgend eine Gunſt erweiſen konnte. Ein lautres Feuer des Edelſinns und der Uneigennützigkeit muß in meiner Liebe zu ihr gelodert haben, ſonſt hätte ich es nicht ertragen, daß ſie ſich zu ſolchem Hunde herablaſ⸗ ſen mochte. Jede Gunſt würde mich betrübt haben, allein ein würdigerer Gegenſtand der Eiferſucht hätte dorh ein ganz andres Gefühl in mir hervorgerufen.
Ich entdeckte bald, daß Drummle ihr nachſtellte und daß ſie es geſtattete. Allmälig verfolgte er ſie immer und unſere Wege durchkreuzten ſich jeden Tag. Er hielt in ſeiner beharrlichen, trägen Weiſe an und Eſtella hielt ihn feſt, bald durch Billigung, bald durch Tadel, buald durch Schmeichelei, bald durch Geringſchätzung, bald durch
Wiedererkennen, bald durch halbe Vergeßlichkeit.
Die Spinne, wie Jaggers ihn bezeichnet hatte, wartete ruhig ab und hatte die Geduld ſeines Geſchlechts. Ueber⸗ dies hatte er ein dauerhaftes Vertrauen auf ſein Geld und ſeine Familiengröße— das ihm zuweilen nützte, und faſt wie entſchiedener Vorſatz ausſah. Die Spinne lauerte hinter Eſtella, lauerte länger als glänzendere Inſecten und kroch plötzlich zur gelegenen Zeit hervor.
Auf einem großen Geſellſchaftsballe in Richmond, wo Eſtella alle andere Schönheiten überſtrahlt hatte, hing Drummle ſo ſehr an ihr und wurde ſo ſehr von ihr geduldet, daß ich mit ihr über ihn zu ſprechen beſchloß. Ich ergriff die nächſte Gelegenheit, als ſie auf Frau Brandley wartete und etwas abſeits ſaß, um mit dieſer abzufahren. Ich war da, weil ich ſie faſt immer begleitete.
„Sind Sie müde, Eſtella?“
„So zemlich 4
Charles Dickens, Große Erwartungen. II. 14


