Teil eines Werkes 
1. Bd. (1862)
Entstehung
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* bei der Abfahrt einen alten Schuh nachwerfe. Ich pfiff und wanderte weiter. Das Dorf war friedlich und ſtill, der leichte Nebel erhob ſich, als ob er mir die Welt zeigen wolle, und ich war dort ſo unſchuldig und ſo klein geweſen, und alles Andre war ſo unbekannt und groß, daß mir die Bruſt ſchwoll, Seufßzer entſtiegen und ich in Thränen ausbrach. Gerade am Ende des Dorfes legte ich meine Hand auf den Wegweiſer und ſagte:Adieu, adieu, mein

lieber, lieber Freund!

Wir brauchen uns unſerer Thränen nicht zu ſchämen, Sie ſind der Regen auf den blendenden Staub der Erde, der unſere Herzen bedeckt. Ich war beſſer, nachdem ich geweint hatte, trauriger, meiner Undankbarkeit mir mehr bewußt, und milder. Hätte ich ſchon früher geweint, ſo würde Joſeph mich begleitet haben.

Dieſe Thränen demüthigten mich ſo ſehr, und ſie brachen auf dem ſtillen Spaziergange ſo oft wieder aus, daß ich, nachdem ich die Stadt auf dem Poſtwagen ver⸗ laſſen, mit ſchwerem Herzen erwog, ob ich nicht auf der nächſten Station ausſteigen, zurückgehen und noch einen Abend im Hauſe zubringen und einen beſſeren Abſchied haben ſolle. Wir wechſelten die Pferde, und ich war noch entſchloſſen und dachte zu meinem Troſte darüber nach, ob es nicht ebenſo leicht ſein würde, auf der folgenden Station auszuſteigen. Während ich mich mit dieſem Ge⸗ danken beſchäftigte, ſchien mir mancher Vorübergehende gerade ſo wie Joſeph auszuſehen und mein Herz fing an zu klopfen. Als ob er nur wirklich da ſein könnte!

Wir wechſelten die Pferde abermals, und dann wieder, und es war zu ſpät und zu weit, um zurückzugehen, und