Teil eines Werkes 
1. Bd. (1862)
Entstehung
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kam es mir deutlich vor, als ob ich wirklich zu den Galee⸗ ren ginge. Ich hatte ſchon Fragen gemacht und wollte überdies Frau Joſeph berauben.

Dieſe Zeit liegt jetzt ſehr weit von mir ab. Wenige wiſſen wie verſchwiegen junge Menſchen ſein können, wenn ſie eingeſchreckt ſind. Wie unvernünftig auch dieſer Schrek⸗ ken ſein möge, wenn er nur da iſt. Ich zitterte vor dem jungen Manne, der mir Herz und Leber nehmen wollte, vor dem alten Manne mit dem Eiſen am Beine, vor mir ſelbſt, der ein ſchreckliches Verſprechen geleiſtet hatte. Meine allmächtige Schweſter ſtieß mich immer zurück und hätte mir nicht geholfen ich weiß nicht was ich erforderlichen Falls unter dem Einfluſſe meines Schreckens gethan haben würde.

Wenn ich dieſe Nacht wirklich geſchlafen, ſo war es nur um im Traume ſtromabwärts nach den Galeeren getrieben zu werden; ein geſpenſtiſcher Seeräuber rief mir durch ein Sprachrohr bei dem Galgen zu, ich ſollte lieber gleich ans Land kommen und mich aufhängen laſſen. Doch es kam nicht viel zum Schlafen, da ich ſehr wohl wußte, ich müſſe mit dem erſten Sonnenſtrahl mich fort ſchleichen und die Speiſekammer beſtehlen. In der Nacht konnte ich das nicht, weil man damals noch keine Feuerzeuge mit Reibung hatte, ich hätte mit Stahl anſchlagen müſſen und mehr Ge⸗ räuſch gemacht, als der Seeräuber mit ſeinen Ketten.

Sobald die große ſchwarze Decke außerhalb meines Fenſterchens zu ergrauen anfing, ſtand ich auf und ging die Treppe hinunter; jedes Brett auf meinem Wege und jede Ritze in jedem Brett ſchrie mir nach:Halt den Dieb feſt! undStehen Sie auf, Frau Joſeph! In der Speiſekam⸗ mer, die nach der Jahreszeit weit beſſer als gewöhnlich ver⸗