4
3 war durchs Waſſer gezogen, in Koth erſtickt, von Steinen gelähmt, von Kieſeln geſchnitten, von Neſſeln geſtochen, von Dornen zerriſſen; er hinkte, zitterte, ſchaute wild um ſich und murrte, und wie er mich am Kinn ergriff, Klop⸗ erten ihm die Zubne im Munde.
„Ach, ſchneiden Sie mir nicht die Kehle ab!“ bat ich erſchrocken.„Bitte, thun Sies nicht.“
„Wie heißeſt Du?“ frug der Mann;„ſchnell.“
„Pip, mein Herr.“
„Noch einmal,“ ſagte der Mann und ſtarrte mich an. „Sprich deutl ich!“
„Pip, Pip, mein Herr!“
„Wo wohnſt Du denn? Zeige mir den Platz.“
Ich wies auf unſer Dorf hin, auf der flachen Strecke eine Stunde von der Kirche, zwiſchen Erlen und abgeſtutzten Bäumen. Der Mann ſah mich noch einmal an, drehte mich um und leerte meine Taſchen aus. Ich hatte nichts darin als ein Stück Brot. Als die Kirche wieder gerade ſtand(denn er hatte ſolche Kraft, daß er mich kopfüber gedreht hatte, ſo daß ich den Kirchthurm zwiſchen meinen Beinen erblickte), ſaß ich auf einem hohen Grabſteine und zitterte, indeß er das Brot gierig verſchlang.
„Du junger Hund haſt wahrhaftig fette Backen,“ ſagte er und leckte ſich die Lippen.
Sie mochten wohl fett ſein, obſchon ich damals nicht kräftig und im Ganzen nur von unterſetzter Statur war.
„Ich könnte ſie auffreſſen,“ ſagte er und drohte mir, „und ich hätte faſt Luſt dazu.“
Ich ſprach meine Hoffnung aus, daß er es nicht thun würde und hielt mich am Grabſteine feſt, auf den er mich
1*


