„Und auf die Art erlangten Sie Beförderung? Bekamen Sie das Geſchäft, Phil?“ 3 1
„Ja, Herr, ich übernahm das Geſchäft. So wie es war. Der Bezirk war nicht gar groß— um Saffron Hill, Hatton Garden, Clerkenwell, Smiffeld her und ſo in jener— armen Nachbarſchaft, wo die Leute immer die Keſſel ſo lange brauchen, bis man ſie nimmer flicken kann. Die meiſten von den herumſtreichenden Keſſel⸗ flickern pflegten ſo in unſer Haus zu kommen und dort zu wohnen, und es bildete dieß den ſchönſten und größ⸗ ten Theil vom Verdienſte meines Herrn. Aber zu mir kamen ſie eben nicht. Ich war nicht wie er. Er konnte ihnen ein hübſches Lied ſingen. Ich konnte das nicht! Er konnte auf irgend einem Topfe, wenn derſelbe nur von Eiſen oder Blockzinn war, ein Stückchen ſpielen. Ich konnte mit einem Topfe nie etwas Anderes anfangen, als ihn flicken, oder ihn zum Kochen bringen,— hatte nie auch nur einen Gedanken von Muſik in mir. Und zudem ſah ich zu ſchlecht aus, und es beklagten ihre Weiber ſich über mich.“
„Da waren ſie gewaltig difficil! Sie könnten unter Vielen Revue paſſiren, Phil!“ ſpricht der Troupier mit einem angenehmen Lächeln.
„Nein, Herr!“ entgegnet Phil kopfſchüttelnd.„Ach nein, ich könnte es nicht. Ich ſah ordentlich genug aus, als ich zu dem Keſſelflicker kam, obgleich ich auch damals ſchon mich nicht viel zu rühmen brauchte; aber dadurch, daß ich mit dem Maul das Feuer ſo oft angeblaſen, als ich noch jung war, und daß ich meine Geſichtsfarbe verderbte, und mein Haar abſengte, und den Rauch verſchluckte; und dadurch, daß ich natürlich unglücklich war im Brennen an heißem Metall, und daß ich mich noch durch andere ſolche Mittel zeichnete, und daß ich, als ich älter wurde, mich mit dem Keſſelflicker rieb, faſt ſo oft er zu tief in das Gläschen geguckt,— was faſt immer der Fall war, — ſtand es ſogar ſchon um jene Zeit gar ſchief mit


