15
in der That keine übeln Geſchäfte. Selbſt Kinder be⸗ dürfen unter der allgemeinen Aufregung ſo ſehr einer Stärkung, daß ein Paſtetenhändler, der ſich bei dieſer Ge⸗ legenheit an der Ecke des Hofes aufgeſtellt hat, ſagt, ſeine branntweingetränkten Kugeln gehen ab wie Waſſer.
Unterdeſſen hüpft der Büttel zwiſchen der Thüre von Mr. Krook's Laden und der Thüre vom Gaſthauſe hin und her, ſpricht mit Niemand Etwas, als mit ein paar verſchwiegenen Leuten, und nimmt dafür von denſelben ein Glas Bier oder dergleichen an.
Zur beſtimmten Stunde kommt der Coroner an, auf den die Geſchworenen warten, und der durch ein Geräuſch von fallenden Kegeln begrüßt wird, das von der guten, trockenen, zum Gaſthauſe, Sol's⸗Arms benannt, gehoͤren⸗ den Kegelbahn kommt. Der Coroner beſucht mehr Wirths⸗ häuſer, als irgend ein lebender Menſch. Der Geruch von Sägmehl, Bier, Tabackrauch und Spirituoſen iſt, in ſeinem Berufe, vom Tode in ſeinen furchtbarſten Geſtalten un⸗ zertrennlich.
Der Coroner wird vom Büttel und dem Gaſthaus⸗ beſitzer in das Zimmer der„harmoniſchen Geſellſchaft“ hinaufgeführt, wo er ſeinen Hut auf das Pianoforte legt, und einen Windſorſtuhl oben an einer langen Tafel nimmt, die aus verſchiedenen kleinen, an einander geſtoßenen Tiſchen beſteht, und mit klebrigen Ringen verziert iſt,— mit Ringen, die endloſe Verſchlingungen zeigen, und von Glä⸗ ſern und Bierkrügen herrühren.
So viele von den Geſchworenen ſich um die Tafel herdrängen können, nehmen dort Platz. Die übrigen ſtellen ſich zwiſchen die Spuckkäſtchen und Pfeifen, oder lehnen ſich an das Pianoforte.
Ueber dem Haupte des Coroners iſt ein kleiner eiſerner Kranz,— der herabhangende Griff einer Glocke, was der Majeſtät des Hofes ſo ziemlich das Ausſehen gibt, als ſolle ſie in Kurzem gehängt werden.
„Die Geſchworenen aufgerufen und beeidigt!“


