Teil eines Werkes 
5.-10. Bd. (1853)
Entstehung
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Wie viel Miethe iſt er Ihnen ſchuldig?

Sechs Wochen.

Die wird er nie mehr bezahlen! ſpricht der junge Mann, ſeine Unterſuchung wieder aufnehmend.Es leidet gar keinen Zweifel, daß er wirklich ſo gut todt iſt, wie Pharao; und ſoll ich nach ſeinem Ausſehen, nach ſeinen Umſtänden urtheilen, ſo will es mich bedünken, daß er froh ſein kann, endlich erlöſt zu ſein. Indeſſen muß er einſt ein ſtattlicher, ja ich kann ſagen, hübſcher, junger Mann gegweſen ſein.

Der Chirurg ſagt dieß nicht in gefühlloſem Tone, während er auf dem Rande des Bettes ſitzt, ſein Geſicht jenem Andern zuwendet, und mit der Hand die Herz⸗ gegend herührt.

Dann fährt er alſo fort:

Ich erinnere mich noch, daß ich einſt dachte, es liege in ſeinem Weſen, ſo ſeltſam und ungeſchlacht es auch war, ein gewiſſes Etwas, was ein Herabſinken aus einer höheren Sphäre andeute. War dem wirklich ſo?

Und bei dieſen Worten blickt er umher.

Krook erwiedert:

Sie koͤnnten ebenſo wohl von mir verlangen, ich ſolle Ihnen die Damen beſchreiben, deren Haare ich drunten in Säcken habe. Ich weiß von ihm nichts Wetiteres, als daß er ſeit anderthalb Jahren mein Mieth⸗ mann geweſen iſt, und daß er von Copialien für Juriſten gelebt oder auch nicht gelebt hat.

Während dieſes Dialoges hat Mr. Tulkinghorn bei⸗ ſeit, neben dem alten Koffer, geſtanden, mit auf dem Rücken liegenden Händen, und, allem Anſcheine nach, gleich fremd allen drei Arten von Intereſſe, die ſich neben dem Bette kund geben, dem profeſſionellen In⸗ tereſſe des jungen Chirurgen an dem Tode, das ſich da⸗ durch bemerklich macht, daß es mit ſeinen Bemerkungen über den Todten, als Individuum, durchaus Nichts zu ſchaffen hat; der Salbung des alten Mannes;