2
deren Grunde, ſeine Rückkehr nicht im Zimmer ſelbſt, ſondern draußen auf der Treppe.
Bald zeigt ſich das willkommene Licht an der Wand, während Krook langſam herauf kommt, gefolgt von ſeiner grünäugigen Katze.
„Schläft der Mann immer ſo?“ fragt der Rechts⸗ gelehrte mit leiſer Stimme.
„Hil ich weiß es meiner Sechs nicht!“ ſagt Krook, den Kopf ſchüttelnd, und die Augenbrauen emporhebend. „Von ſeinen Gewohnheiten weiß ich ſoviel, wie Nichts; nur das weiß ich etwa, daß er ſich immer allein hält.“
Alſo flüſternd traten ſie Beide wieder in's Zimmer. Während das Licht hinein geht, ſcheinen die großen Augen in den Läden ſich zu verdüſtern und ſich zu ſchließen. Nicht aber ſo die Augen auf dem Bette.
„Gott ſteh' uns bei!“ ruft Mr. Tulkinghorn aus. „Er iſt todt!“
Krook läßt die ſchwere Hand, die er ergriffen, ſo plötzlich wieder fahren, daß der Arm über die Seite des Bettes hinauszuliegen kommt.
Einen Augenblick ſehen ſie einander an.
„Schicken Sie doch nach einem Arzte! Rufen Sie doch Miß Flite, die eine Treppe höher wohnt, Sir! Hier ſehe ich neben dem Bette Gift! Rufen Sie doch der Flite,— rufen Sie!“ ſagt Krook, während er ſeine magern Hände wie Vampyrflügel über dem Cadaver ausbreitet.
Mr. Tulkinghorn eilt auf den Treppenabſatz hinaus, und ruft:
„Miß Flite! Flite! So kommen Sie doch geſchwind herot Kommen Sie doch, wer Sie immer ſein mögen!
lite!“
Krook folgt ihm mit den Augen, und findet, wäh⸗ rend der Juriſt ruft, Gelegenheit, nach dem alten Koffer hin, und von da wieder zurück zu ſchleichen.


