215
angebrachte neue Auſſchrift: Peffer& Snagsby, — welche Aufſchriſt die vom Zahn der Zeit etwas be⸗ nagte und nicht leicht zu entziffernde einfache Legende:
Peffer erſetzte. Denn es hatte der Rauch,— dieſer Epheu Londons,— ſich dermaßen um Peffer's Namen
geſchlungen, und ſich an ſeinen Wohnort ſo feſt ange⸗ ſetzt, daß die liebevolle Schmarotzerpflanze den Urſtamm ganz überwältigte.
Peffer ſieht man jetzt nie mehr in Cook's Court. Man erwartet ihn dort nicht mehr; denn er liegt nun ſchon ſeit einem Vierteljahrhunderte in dem Kirchhofe von St. Andrew, Holborn, und es raſſeln die Wagen und Miethkutſchen den lieben langen Tag und die halbe Nacht, gleich einem großen Drachen, au ihm vorüber.
Wagt er ſich je einmal hervor, wenn der Drache ſchläft, um in Cooks Court wieder friſche Luft zu ſchö⸗ pfen, bis er durch das Krähen des ſanguiniſchen Hahnes im Keller der kleinen Milchwirthſchaft in Curſitor Street erinnert wird, daß es nun Zeit ſei, wieder zu gehen (— es wäre, beiläuſig geſagt, ſehr intereſſant, ſich von den Begriffen dieſes Hahnes in Betreff des Tageslichtes zu vergewiſſern, da er aus perſönlicher Erfahrung ſo viel wie Nichts darüber wiſſen kann—), fällt es Peffer je einmal ein, den blaſſen Schein von Cook's Court wieder zu beſuchen, was kein wirklicher Schreibmateria⸗ lienhändler für Inriſten poſitiv in Abrede ſtellen kann, ſo kommt er unſichtbar, und es iſt daher, in dieſer Be⸗ ziehung, Jedermann ebenſo geſcheidt nachher, als vorher.
Zu ſeinen Lebzeiten, und ebenſo auch während der ſieben langen Lehrlingsjahre Snagby’s wohnte da, bei Peffer, in demſelben Hauſe, wo der Schreibmaterialien⸗ handel betrieben wurde, eine Nichte,— ein kurzes, ge⸗ ſcheidtes Ding, am die Taille her etwas zu ſtark zuſam⸗ mengepreßt, während ihre Naſe ſo ſcharf war, wie ein ſcharfer Herbſtabend, und nach dem Ende zu eine Nei⸗
— gung hatte, eiskalt zu ſein. 8
8


