gleicher Zeit ſeltſamen Mann repräſentire, werde ich hoffentlich die einem Manne von meinem Stande ziemende Vorſicht nicht überſchreiten,“ ſprach Mr. Kenge, ſich in ſeinem Stuhle wieder zurücklehnend, und uns Beide ruhig. anblickend.
Er ſchien an dem Tone ſeiner Stimme ein überaus großes Wohlgefallen zu finden. Und was mich betrifft, ſo konnte ich mich darüber gar nicht wundern, denn es war derſelbe weich und voll, und verlieh jedem Worte das er ſprach, große Wichtigkeit. Mit offenbarer Be⸗ friedigung hörte er ſich ſelbſt zu; bisweilen ſchlug er mit dem Kopfe den Takt zu ſeiner Muſik oder aber rundete er mit der Hand eine Phraſe ab.
Auf mich machte Alles das einen gewaltigen Eindruck — ſelbſt damals, ehe ich noch wußte, daß er ſich nach dem Vorbilde eines großen Lords gebildet, der ſein Client war, und daß er gewöhnlich nur der Converſations⸗Kenge genannt wurde.
„Mr. Jarndyce,“ fuhr er fort,„kennt die— ich
möchte ſagen, überaus vereinſamte— Stellung unſerer jungen Freundin, und erbietet ſich, ſie in einer Erzie⸗
hungsanſtalt erſten Ranges unterzubringen, wo ihre Erziehung ſoll vollendet werden,— wo es ihr an Nichts gebrechen ſoll,— wo man allen ihren vernünſtigen Wünſchen ſchon im Voraus entſprechen wird,— wo ſie durch alle möglichen Mittel in den Stand geſetzt werden ſoll, ihre Pflicht in dem Lebensberufe zu erfüllen, den es— ſoll ich ſagen, der Vorſehung— gefallen hat, ihr anzuweiſen.“ . Mein Herz war ſo voll, daß ich nicht ſprechen konnte, obgleich ich es verſuchte. Sowohl das, was er ſagte, als die rührende Weiſe, in der er es ſagte, hatte dieſe Wirkung auf mich hervorgebracht.. „Mr. Jarndyce,“ fuhr er fort,„ſtellt dabei keine
Bedingung; nur drückt er die Erwartung aus, daß unſere
junge Freundin die fragliche Erziehungsanſtalt nie ohne


