Teil eines Werkes 
8. Th. (1839)
Entstehung
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136 3 Nieolaus Nickleby.

Einer wird durch ſolche characteriſche Eigenthümlichkeit beſchrieben, ſo denkt Jeder, der ihm gleicht, er ſei gemeint. Es mag von dieſer allgemeinen Beſchaffenheit Aus⸗ nahmen geben, und obgleich der Verfaſſer keine ſah und von keiner hörte, als er vor dem Beginne dieſes Werkes einen Ausflug nach Yorkſhire machte, ſo will er doch lieber glauben, es gäbe dergleichen, als daran zweifeln. Er hat ſo lange bei dieſem Gegenſtande ſich aufgehal⸗ ten, weil er die Aufmerkſamkeit des Publicums auf jenes Erziehungsſyſtem lenken möchte, und er erklärt nun in vollem Ernſte, daß Squeers und deſſen Schule ſchwache und ungenügende Schilderungen von dem ſind, was wirklich exiſtirt, wenn man es auch für unmöglich hält, daß in Acten ſo entſetzliche Details von Vernach⸗ läſſigung, Grauſamkeit und Krankheit vorliegen, wie ſie ein Romandichter nie zu erdenken wagen würde, und daß, ſeit er dieſe Abenteuer ſchrieb, ihm aus Quellen, an deren Zuverläſſigkeit durchaus nicht zu zweifeln iſt, Schilderungen von Schändlichkeiten und Grauſamkeiten zugekommen ſind, die man in ähnlichen Schulen ver⸗ übte, und welche diejenigen weit überbieten, die in dem vorliegenden Werke vorkommen..

Um jedoch zu einem erfreulichern Gegenſtande über⸗ zugehen, ſo iſt es billig, zu erwähnen, daß zwei Cha⸗ ractere in dieſem Buche nach dem Leben gezeichnet ſind. Diejenigen, welche die Erzählung mit Intereſſe geleſen haben, werden mit Freuden hören, daß die Brüder Cheeryble leben, daß ihre Freigebigkeit, ihre Treu⸗ herzigkeit, ihr edles Weſen und ihr unbegrenztes Wohl⸗

wollen keineswegs von dem Verfaſſer erdichtet ſind, ſon⸗

dern daß ſie jeden Tag(und am häufigſten ganz in der

Stille) noch immer irgend eine edele That in der Stadt

verrichten, deren Stolz und Ehre ſie.

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