122 Nicolaus Nickleby.
ren Knarren ſich mit den gellenden keifenden Tönen der Frau vermiſchte,— hier zeigte ſich der graziöſe, elegante, bezaubernde, einmal höchſt faſhionable Mantalini.
„»Du falſcher Böſewicht!« rief die Frau, die nahe daran zu ſein ſchien, Gewalt zu brauchen und ihre Nä⸗ gel mit dem Geſichte Mantalini's in Berührung zu bringen.
„»Falſch! Ach Gott! Meine Seele, mein ſanftes, be⸗ zauberndes, reizendes, allerliebſtes Puttchen, ſei nur ruhig,« ſagte Mantalini demüthig.
»Ich will nicht,« rief die Frau.»Ich kratze Dir die Augen aus.«
»Ach, über das blutdürſtige Lamm!« rief Mantalini.
»Man kann ſich nie auf Dich verlaſſen,« ſprach die Frau weiter;»Du warſt geſtern den ganzen Tag nicht zu Hauſe und liefſt gewiß einem Mädchen nach, ich kenne Dich. Iſt es nicht genug, daß ich zehn Thaler acht Groſchen für Dich bezahlte, Dich aus dem Gefängniſſe befreite und Dich leben ließ wie einen vornehmen Mann? Willſt Du es auch ſo treiben, willſt Du mein Herz brechen?«
„Ich will nie Dein Herz brechen, ich werde gut und folgſam ſein wie ein Kind; ich will nie wieder thun, was Du nicht gern haſt; verzeihe mir,« ſagte Herr
Mantalini, indem er den Griff der Rolle losließ und die
gefaltenen Hände der Frau entgegenhielt.»Nicht wahr,
Du haſt Mitleid mit mir? Du kratzeſt mir die Augen nicht aus, ſondern küſſeſt mich und ſtreichelſt mich wieder?«
Die Frau, welche durch dieſe Worte wenig bewegt zu werden ſchien, ſtand auf dem Punkte, eine unwillige zornige Antwort zu geben, als Nicolaus ſeine Stimme erhob und nach dem Wege nach Piccadilly fragte.
Herr Mantalini drehete ſich um, erblickte Käthchen und ſprang, ohne ein Wort zu ſagen, mit einem Satze


