158 Die Pickwicker.
zubringen könne. Es war ſehr ſchönes Wetter, und er hatte den Gegenſtand noch nicht zehn Minuten erwogen, als plötzlich die Gefühle eines zärtlichen Sohnes in ihm erwachten, und es drang ſich ihm ſo lebhaft der Gedanke auf, er müſſe ſeinen Vater beſuchen und ſeiner Stief⸗ mutter ſeine Ehrfurcht bezeigen, daß er vor Erſtaunen ganz außer ſich gerieth, wie er an die Erfüllung dieſer Pflicht früher noch nie gedacht hatte. Begierig, ſeine bisherige Vernachläſſigung wieder gut zu machen, eilte er ſofort zu Herrn Pickwick hinauf, und bat ihn um Urlaub zu dieſem löblichen Vorhaben.
»Mit Vergnügen, Sam, mit Vergnügen,« entgegnete
Herr Pickwick, der über einen ſolchen Beweis der kind⸗ lichen Gefuͤhle ſeines Dieners ganz entzückt war. Herr Weller verbeugte ſich dankbar.
»Es freuet mich ſehr,« ſagte Herr Pickwick,„daß
Sie von Ihren Pllichten als Sohn ſo ſehr durchdrun⸗ gen ſind.« 3
»Das bin ich immer geweſen,« antwortete Herr Weller.—.
»Freut mich ſehr, es zu vernehmen, Sam,« entgeg⸗ nete Herr Pickwick.
»Jedesmal, wenn ich von meinem Vater etwas zu haben wünſchte, fuhr Herr Weller fort, bat ich immer ſehr ehrerbietig und artig darum. Gab er mir es nicht, ſo nahm ich es, weil ich fürchtete, wenn ich es nicht bekäme, ſo könnte ich dadurch verführt werden, etwas Unrechtes zu thun. Ich habe ihm auf dieſe Weiſe viel Mühe und Ungelegenheiten erſpart.«
»Das iſt nicht ganz meine Anſicht, Sam,« bemerkte Herr Pickwick kopfſchüttelnd und mit einem leichten Lächeln. 3
»Ich hatte immer die beſten Gefühle, Sir— die
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