am Leichnam ſeines Weibes, und rief Gott zum Zeugen
40 Die Pickwicker.
ſie, aber es iſt Gottes Wille, und Du mußt Dich darin ergeben. O! wie danke ich ihm, daß er unſern Kleinen zu ſich genommen hat. Er iſt jetzt glücklich und im Him⸗ mel bei ihm. Was ſollte er auch noch hier, ohne ſeine Mutter?«
»Du ſollſt nicht ſterben, Marie,— Du ollſt nicht ſterben! rief ihr Gatte, von ſeinem Sitz aufſpringend, aus. Er ging mit haſtigen Schritten umher, ſchlug ſich mit den geballten Fäuſten vor die Stirn, ſetzte ſich end⸗ lich wieder neben ſie, ſchloß ſie in die Arme und ſagte ruhiger:»Faſſe nur Muth, mein theures Weib, Du wirſt Dich wieder erholen.«
»Nein, Georg, nein,« erwiederte die Sterbende. »Laß mich an der Seite meines lieben Ki nde begraben, aber ees der daß, wenn Du— i ſchreck⸗ lichen Ort erlöſt, und wieder woh wernin nn d uns nach einem ſtillen ländlichen Kirchhofe brin ngen zu laſſen, weit, weit von hier— recht weit von hier, wo wir in Frieden ruhen können. Theurer Georg, verſprich mir, daß Du dieſes thun willſt.«
»Ja, ja, ſagte der Unglückliche, indem er neben ihr auf die Kniee ſank. Sprich mit mir, Marie— einen Blick— ach, nur einen—«
„»Er ſtockte, denn der Arm, der ſeinen Nacken um⸗ ſchlungen hielt, wurde ſteif und ſchwer. Ein tiefer Seuf⸗ zer entfloh dem Buſen der Sterbenden, die, Lippen be⸗ wegten ſich, ein Lächeln umſpielte ihr Antlitz, aber die Lippen waren bleich und das Lächeln verwandelte ſich in einen furchtbaren Starrblick. Er war jetzt allein in der Welt.
»Der Unglückliche knieete im Schweigen und der Ein⸗ ſamkeit ſeines traurigen Gemachs die ganze lange Nacht


