Teil eines Werkes 
3. Th. (1839)
Entstehung
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Die Pickwicker. 37 ſtarrten dieſelben Augen tief eingeſunken aus Geſichtern hervor, die vom Hunger abgezehrt und durch die Ein⸗ ſperrung bleich geworden ſind, in Zeiten, wo es mehr als eine Redensart war, wenn man ſagte, daß der Schuldner in dem Kerker verfaule, ohne Hoffnung der Erlöſung ohne die mindeſte Ausſicht, ſeine Freiheit wieder zu erlangen. Dieſe Abſcheulichkeit exiſtirt zwar nicht mehr in ihrer ganzen Größe, doch aber noch genügend, um Scenen herbeizuführen, die das Herz bluten machen.

»Vor zwanzig Jahren erſchien Tag für Tag, ſo gewiß als der Morgen kam, eine Mutter mit einem Kinde an dem Thor des Gefängniſſes; oft kamen ſie nach einer ſchlafloſen, angſtvoll durchwachten Nacht, eine volle Stunde zu früh, und dann wendete ſich die junge Mutter traurig ab, ging mit dem Kinde nach der alten Brücke, hob es auf die Arme, um ihm das in den Strah⸗ len der Morgenſonne erglänzende Waſſer zu zeigen, und ihm durch den Anblick des muntern Lebens und der Ge⸗ ſchäftigkeit, die um dieſe Stunde auf dem Strom ſich darbieten, eine kurze Zerſtreuung zu gewähren. Doch ſie ſetzte ſich bald mit dem Kinde nieder, und ließ ihren reich⸗ lich fließenden Thränen freien Lauf, denn dieſe bleichen und abgehärmten Züge waren durch nichts zu erheitern. Das Kind hatte nur wenig Erinnerungen, aber ſie bezo⸗ gen ſich alle auf die Armuth und das Elend ſeiner Eltern. Wenn es Stunden lang auf ſeiner Mutter Schooß ge⸗ ſeſſen und mit kindiſchem Mitleid die ſich ihr aus den Augen ſtehlenden Thränen über ihre Wangen herabfließen geſehen hatte, kroch es endlich in einen dunklen Winkel, und weinte ſich in den Schlaf. Die rauhen Wirklich⸗ keiten der Welt und viele ihrer ſchlimmſten Entbehrun⸗ gen Hunger und Durſt, und Kälte und Mangel hatte es ſeit dem erſten Erwachen ſeines Selbſtbewußt⸗