132 Nicolaus Nickleby.
Morgen begann Nicolaus mit ſeinem ſchwachen Beglei⸗ ter die Reiſe..
Und wer außer dem einen, welcher nur von denen, die ſich jetzt um ihn drängten, einen freundlichen Blick erhalten und ein Wort des Mitleidens gehört hatte,— konnte ſagen, welcher Seelenſchmerz, welche traurigen Gedanken, welche trüben Sorgen dieſer Abſchied in ſich ſchloß! 5
„Siehe,« rief Nicolaus, als er aus dem Kutſchen⸗ fenſter ſah,»ſie ſteben noch an der Ecke des Gäßchens! Und Käthchen,— vas arme Käthchen, von welcher Du, wie Du ſagteſt, nicht Abſchied zu nehmen vermochteſt— winkt mit dem Taſchentuche. Reiſe nicht, fort ohne Käthchen Abſchied wenigſtens zuzuwinken!«
»„Ich kann es nicht!« antwortete ſein zitternder Be⸗ gleiter, der auf ſeinen Sitz zurückſank und ſeine Augen bedeckte.»Sehen Sie ſie noch? Iſt ſie noch da 2«
»Ja, ja,« entgegnete Nicolaus ernſt.»Sie winkt wieder mit der Hand. Ich habe für Dich geantwortet, — jetzt kann ich ſie nicht mehr ſehen. Betrübe Dich tnicht ſo ſehr, lieber Smike. Du wirſt ſie Alle wieder⸗ ſehen.⸗
Der, welchem er ſo Muth zuſprach, erhob ſeine ab⸗ gezehrten Hände und preßte ſie innig an einander.
»Im Himmel,— ich bitte Gott inbrünſtig,— im Himmel!« 3.
Es klang wie das Gebet eines gebrochenen Herzens.


