Erſtes Kapitel.
Wie Herr Nalph Nickleby für ſeine Nichte und Schwägerin ſorgt.
Am zweiten Morgen nach Nicolaus' Abreiſe ſaß Käth⸗ chen Nickleby in einem ſehr verſchoſſenen Armſeſſel, der das Anſehen eines Thrones hatte, weil er auf einer ſehr beſtaubten Erhöhung ſtand, bei Fräulein La Creevy und gab dieſer Dame eine Sitzung für das Portrait, wel⸗ ches ſie zu entwerfen angefangen hatte. Fräulein La Creevy hatte den Rahmen, der ihr zum Aushänge⸗ ſchilde diente, von der Straße heraufgebracht, um aus dem Miniaturbilde eines jungen Officiers eine glänzende lachsrothe Fleiſchfarbe zu entlehnen, welche ihre vor⸗ nehmſten Freunde und Gönner für etwas ganz Neues in der Kunſt erklärten, wie ſie das denn wirklich auch war.
»Ich denke, ich habe es jetzt herausgebracht,« ſagte Fräulein La Creevy.»Bis auf die feinſte Nuance! Dies wird das lieblichſte Portrait, was ich je gemalt habe, wahrhaftig.«
»Dann muß es Ihr Genius ſein, der es dazu macht,« erwiederte Käthchen lächelnd.
»Nein, nein, das darf ich nicht zugeben, meine Liebe,« verſetzte Fräulein La Creevy.»Es iſt ein aller⸗


