Oliver Twiſt. 193
CEhe er ſich entfernte, hatte er einige Freundſchaft für Grimwig gefaßt, die dieſer excentriſche Mann von Her⸗ zen erwiederte. Er beſucht ihn deshalb im Jahre ſehr oft, und bei allen dieſen Gelegenheiten treibt Grimwig die Gärtnerei, das Fiſchen und Tiſchlern ebenfalls mit großem Eifer, zwar ſtets in ganz ungewöhnlicher Art, behauptet jedoch immer mit ſeiner gewohnten Betheuerung, daß ſeine Methode die richtige ſei. An den Sonntagen kritiſirt er ſtets die Predigt im Beiſein des jungen Pfar⸗ rers, ſagt aber auch jedesmal zu Losberne, ſie ſei vor⸗ trefflich geweſen, er halte es nur nicht für gut, dies aus⸗ zuſprechen. Brownlow macht ſich regelmäßig den Spaß, ihn an ſeine ehemalige Prophezeiung über Oliver zu erinnern und ihm die Nacht in das Gedächtniß zu rufen, als ſie die Uhr auf dem Tiſche vor ſich liegen hatten und auf die Rückkehr des Knaben warteten; aber Grim⸗ wig behauptet, er habe doch Recht gehabt, denn Oliver ſei nicht zurückgekommen, was ihm ſtets ein Lachen ab⸗ nöthigt und ſeine gute Laune erhöhet.
Noah Claypole, der von der Krone begnadigt wurde, da er beſonders gegen den Juden gezeugt hatte, ſein Geſchäft aber doch nicht für ſo ſicher hielt, als er wünſchte, wußte eine Zeitlang nicht, wodurch er ſeinen Lebensun⸗ terhalt verdienen ſollte, ohne ſich mit Arbeit ſehr zu be⸗ ſchweren. Nach einigem Nachdenken entſchloß er ſich, Angeber bei der Polizei zu werden, und damit verdient er ſich, was er braucht. Einmal in der Woche während der Kirche geht er mit Charlotten in anſtändiger Klei⸗ dung aus. Die Schöne fällt vor einem Wirthshauſe in Ohnmacht, Noah kauft von dem mitleidigen Wirthe für
„einige Pfennige Brantwein, um ſie wieder zu ſich zu
bringen, macht am nächſten Tage eine Anzeige und ſteckt
* die Hälfte der Strafe ein. Bisweilen wird Claypole
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