Teil eines Werkes 
3. Th. (1839)
Entstehung
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Oliver Twiſt. 191

Funfzehntes und letztes Kapitel.

Die Geſchichte derer, welche in dieſer Erzählung auftraten, iſt faſt zu Ende, und das wenige noch Uebrige, was ihr Ge⸗ ſchichtſchreiber zu berichten hat, läßt ſich mit wenigen und einfachen Worten erzählen.

Ehe drei Monate vergingen, wurden Roſa Fleming

und Heinrich Maylie in der Dorfkirche verbunden, welche von nun an der Schauplatz der Wirkſamkeit des jungen Geiſtlichen ſein ſollte; an demſelben Tage nahmen ſie Beſitz von ihrer neuen und glücklichen Wohnung.

Madame Maylie blieb bei ihrem Sohne und ihrer Schwiegertochter, um während ihrer noch übrigen ruhi⸗ gen Tage das größte Glück zu genießen, das Alter und Redlichkeit geben können, den Anblick des Glückes derer, welchen die reinſte Liebe und die zärtlichſte Sorg⸗ falt eines wohlverbrachten Lebens unaufhörlich zugewen⸗ det geweſen ſind.

Nach einer ſorgfältigen Erörterung ergab es ſich, daß wenn die Trümmer des in Monks' Händen befindlichen Vermögens(das weder in der ſeinigen noch in denen ſeiner Mutter Segen gebracht hatte) zwiſchen ihm und Oliver gleich getheilt würden, auf jeden kaum mehr als dreitauſend Pfund kommen würden. Nach der Anord⸗ nung des Teſtamentes ſeines Vaters würde Oliver An⸗ ſpruch auf das Ganze gehabt haben, Brownlow aber, der dem ältern Sohne die Mittel nicht entziehen wollte, ſeine frühern Schlechtigkeiten wieder gut zu machen und ein ehrliches Leben zu führen, ſchlug dieſe Theilungsart

oor, in welche ſein junger Schützling mit Freuden ein⸗

willigte.