Teil eines Werkes 
3. Th. (1839)
Entstehung
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Oliver Twiſt. 185

Zuſtandes in der ganzen Stärke ſeinem gleichſam ge⸗ lähmten Geiſte auf; nicht, daß er jemals beſtimmt und feſt auf Gnade gehofft hätte; er war aber bisher nur im Stande geweſen, an die Wahrſcheinlichkeit eines ſo ſchnellen Todes zu denken. Er hatte nur wenig mit den beiden Männern geſprochen, die ſich bei ihm ablö⸗ ſeten und dieſe bemüheten ſich ihrerſeits nicht, ſeine Auf⸗ merkſamkeit zu erregen. Er hatte wachend, aber träu⸗ mend dageſeſſen. Jetzt fuhr er jede Minute auf, rannte mit aufgeſperrtem Munde und brennender Haut in ſol⸗ cher entſetzlichen Angſt und Wuth umher, daß ſelbſt ſie obgleich an ſolche Scenen gewöhnt ſchaudernd vor ihm zurückwichen. Er wurde zuletzt in allen den Qua⸗ len ſeines böſen Gewiſſens ſo ſchrecklich, daß ein Mann allein es nicht vermochte, bei ihm zu bleiben, und ſo wachten Beide mit einander.

Er kauerte ſich nieder auf das Streulager und dachte an die Vergangenheit. Er war am Tage ſeiner Einzie⸗ hung durch Steinwürfe verwundet worden und ſein Kopf noch verbunden. Sein rothes Haar hing an ſeinem blutloſen Geſichte herab; ſein Bart war zerzauſet und in Knoten geknüpft; ſeine Augen funkelten in grauſigem Glanze und ſein ungewaſchenes Fleiſch kniſterte in dem Fieber, das ihn in Gluth verzehrte. Acht neun zehn. Wenn es nicht ein Spiel war, ihn zu erſchrecken, und wirklich die Stunden ſo ſchnell einander auf dem Fuße folgten wo würde er wohl ſein, wenn dieſe Stunde im Kreislaufe wiedererſchiene! Elf. Ein ande⸗ rer Schlag, ehe die Stimme der vorigen Stunde ganz verklungen war. Um acht Uhr ſollte er, der einzige Leidtragende, zu ſeinem Grabe gehen, um elf.

Dieſe ſchrecklichen Mauern von Newgate, welche ſo vieles Elend und ſo unausſprechliche Angſt, nicht bloß