Oliver Twiſt.
Polizei eine Viertelſtunde weit. Er hätte können ſein Glück beimm Theater machen.«
»Halt' den Rachen,« ſchrie Sikes, während der Hund knurrend unter das Bette kroch.»Was kannſt Du zu Deiner Vertheidigung ſagen, alter Spitzbube, he?«
»Ich war über eine Woche nicht in London, lieber Freund, wegen eines Planes.«
»Und die andern vierzehn Tage?« fragte Sikes. »Warum haſt Du mich die andern vierzehn Tage dalie⸗ gen laſſen, wie eine kranke Ratte in ihrem Loche?«
»Ich konnte nicht anders, Wilhelm,« antwortete der Jude,»darf Dir es aber jetzt nicht auseinander ſetzen; ich konnte nicht, auf meine Ehre.«
»Auf was?« brummte Sikes.»Schneide mir ein⸗ mal einer von Euch Jungens ein Stück von der Paſtete ab, damit ich es koſten kann.«
»Sei nicht böfe, lieber Freund,« ſagte der Jude ganz demüthig,»ich habe Dich nie, niemals vergeſſen.«
»Ich glaube es,« antwortete Sikes mit bitterm Hohne. »Du haſt Pläne ausgedacht, während ich hier lag bald in Froſt und bald in Hitze, und Sikes ſollte dies thun und Sikes ſollte jenes thun, und alles ſpottwohlfeil thun, ſobald er wieder geſund und zu Deiner Arbeit arm ge⸗ nug geworden. Ohne das Mädchen lebte ich wohl ſchon nicht mehr.«
„»Da ſiehſt Du es, Sikes,« antwortete der Jude, der die letzten Worte ſogleich aufgriff.»Ohne das Mädchen! Wer hat Dir ein ſolches Mädchen verſchafft? War ich es nicht?«
»Da hat er Recht, Gott weiß es!« ſagte Aennchen, die ſich erhob.
Aennchens Erſcheinen gab der Unterhaltung eine neue Wendung, denn die Knaben, die einen Wink von dem


