Oliver Twiſt.
ausbeſſernd, ſaß ein junges Weib, das durch Nachtwachen und Mangel ſo blaß geworden und abgefallen war, daß man in ihr nicht ſo leicht das Aennchen wieder erkannt haben würde, das in dieſer Erzählung ſchon vorgekom⸗ men iſt, wäre nicht ihre Stimme noch dieſelbe geweſen.
»Nicht lange ſieben Uhr vorbei,« antwortete das Mädchen.»Wie fühlſt Du Dich heute?«
»Schwach wie Waſſer,« antwortete Sikes und ver⸗ dammte auf die gewöhnliche Weiſe ſeine Augen und Glieder.»Komm her und gieb mir die Hand, daß ich mich von dieſem verfluchten Bette aufrichten kann.«
Die Krankheit hatte Sikes Charakter nicht gebeſſert, denn während das Mädchen ihn aufrichtete und ihn zu einem Stuhle führte, verfluchte er mehrmals ihre Unge⸗ ſchicklichkeit, und ſchlug ſie.
»Du weinſt?« ſagte Sikes.»Stelle Dich nicht ſo her. Wenn Du ſonſt nichts thun kannſt, ſo packe Dich ganz und gar. Hörſt Du?«
»Ich höre es wohl,« antwortete das Mädchen, indem ſie das Geſicht abwendete und ſich zu einem Lächeln zwang.»Was iſt Dir wieder in den Kopf gekommen?«
»Aha, Du haſt Dich anders beſonnen!« grollte Sikes, indem er die Thränen in ihren Augen bemerkte.»Deſto beſſer für Dich.«
„»Du biſt hart und rauh dieſen Abend gegen mich ge⸗ weſen, Wilhelm,« ſagte das Mädchen, indem ſie ihre Hand auf ſeine Achſel legte.
„Warum?«
„So viele Nächte,« fuhr das Mädchen mit weibli⸗ cher Zärtlichkeit fort, die ſelbſt ihrer Stimme einen ſanf⸗ ten Klang gab,»ſo viele Nächte bin ich geduldig mit Dir geweſen, habe Dich gewartet und gepflegt, als wä⸗ reſt Du ein Kind, und zum erſten Male ſehe ich Dich
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