16 Oliver Twiſt.
dernd fort.»Sie nahm von dem Leichnam, als er kaum
ein Leichnam geworden, das, was die Mutter ſie mit ihrem letzten Athem wegen des Kindes aufzubewahren gebeten hatte.«
»Sie verkaufte das?« fragte Monks begierig.»Ver⸗ kaufte ſie es?— wo?— wann?— an wen?— wie lange vorher?«
»Als ſie mir dies mit großer Anſtrengung ſagte,« fuhr die Frau fort,»ſank ſie zurück und ſtarb.⸗
»Ohne mehr zu ſagen?« fragte Monks in einem Tone, der zwar noch immer leiſe war, aber die höchſte Wuth verrieth.»Es iſt, eine Lüge! Ich laſſe nicht mit mir ſpaßen. Sie ſagte noch Hmehr,— ich reiße Euch Beiden die Seele aus dem Leibe, wenn Ihr nicht Alles entdeckt!«
»Sie ſagte kein Wort weiter,« fuhr die Frau fort, allem Anſcheine nach(und darin ganz das Gegentheil von dem zitternden Bumble) durch die Heftigkeit des Fremden nicht im mindeſten erſchreckt,»aber ſie packte mit der einen Hand mit Gewalt mein Kleid, und als ich ſah, daß ſie todt war und die Hand losmachte, fand ich, daß ſie ein Stück ſchmutzigen Papieres darin hielt.«
»Das enthielt— 2« fiel Monks ein, indem er den Hals ſchnell wieder vorſtreckte.
»Nichts,« antwortete die Frau; ves war ein Schein von dem Leihhauſe.«—
»Ueber was?« fragte Monks.
»Ich werde es Ihnen ſagen. Ich glaube, ſie hatte das Geraubte eine Zeitlang behalten, um es vielleicht beſſer anzubringen, dann verpfändet und immer ſoviel Geld zuſammengebracht, um die Zinſen im Leihhaus Jahr für Jahr bezahlen zu können, ſo daß es nicht ver⸗ auctionirt wurde, ſondern liegen blieb, und zu jeder Zeit wieder eingelöſet werden konnte. Sie hatte keine Ge⸗


