Oliver Twiſt. 187
bedacht, wie ſonſt,⸗ fuhr der Fremde fort, indem er ſcharf in Bumble's Augen ſah, die derſelbe in Ver⸗ wunderung uber dieſe Frage aufgeſchlagen hatte.»Ant⸗ worten Sie mir offen. Ich kenne Sie genau, wie Sie ſehen.«
„»Ich denke, ein verheiratheter Mann,“« antwortete Bumble, indem er die Hand über die Augen hielt und den Fremden vom Kopfe bis zu den Füßen muſterte, „verſchmähet ein Geldſtück, das er auf ehrliche Weiſe verdienen kann, eben ſo wenig als ein unverheiratheter. Die ſtädtiſchen Beamten ſind nicht ſo gut bezahlt, als daß ſie einen kleinen Nebenverdienſt zurückzuweiſen brauchten.“
Der Fremde lächelte, nickte, als wolle er ſagen, er habe ſich alſo in ſeinem Manne nicht geirrt, und klingelte.
»Noch ein Glas,« ſagte er, indem er dem Wirth das leere Glas Bumble's hinhielt.»Aber ſtark und heiß. So trinken Sie ihn ja wohl gern?«
»Nicht zu ſtark,« erwiederte Bumble mit einem lei⸗ ſen Huſten.
»Sie wiſſen, was das heißt, Herr Wirth,« ant⸗ wortete der Fremde trocken.
Der Wirth lächelte, ging, und kam bald mit einem rauchenden Glaſe zurück. Der erſte Schluck daraus trieb das Waſſer in Bumble's Augen.*
„Nun hören Sie mich an,« ſagte der Fremde leiſe.
„»Ich bin heute bloß in der Abſicht hierhergekommen,
um Sie aufzuſuchen, und nach einem ſolchen Zufalle, wie ihn der Teufel ſeinen Freunden bisweilen in den Weg wirft, traten Sie eben ein, als ich mich in Ge⸗


