174 Oliver Twiſt.
»Es würde mir ſehr leid gethan haben, wäre ich nicht zu Hauſe geweſen, als Sie und Herr Maylie abreiſeten,« erwiederte Oliver.
»Das iſt ein ſchlauer Burſche,« ſagte der Doktor; »Sie beſuchen mich doch, wenn Sie zurückkehren? Aber, im Ernſt, Heinrich, hat irgend eine Mittheilung von dem Großen Sie ſo mit einem Male zur Eile angetrieben?«
»Ich habe von dem Großen,« erwiederte Heinrich, »unter welcher Benennung Sie wahrſcheinlich meinen ſtattlichen Onkel verſtehen, keine Mittheilung erhalten, ſeit ich hier bin, und in dieſer Jahrszeit dürfte auch ſchwerlich etwas meine Anweſenheit in ſeiner Nähe nöthig machen.«
»So ſind Sie ein ſeltſamer Menſch. Gewiß will man Sie noch vor Weihnachten in das Parlement bringen, und dieſe plötlichen Meinungswechſel und Sinnesänderungen ſind allerdings keine übele Vorbe⸗
reitung für das politiſche Leben. Es hat etwas für ſich; eine gute Schule und Gewohnheit iſt immer wünſchens⸗ werth, wenn man etwas zu erlangen ſucht.«
Heinrich Maylie ſah aus, als könne er auf dieſe wenigen Worte einige Bemerkungen machen, die dem Doktor unangenehm ſein müßten, aber er begnügte ſich mit der Antwort,»wir werden ja ſehen,« und brach das Geſpräch damit ab. Bald darauf fuhr der Wagen vor, Giles kam wegen des Gepäckes und der gute Doktor ging hinaus, um daſſelbe aufpacken zu ſehen.
»Oliver,« ſagte Heinrich Maylie leiſe,»nun noch ein Wort mit Dir.«— 1
Oliver trat in eine Fenſterbrüſtung, nach welcher ihm Herr Maylie winkte, und wunderte ſich ſehr über die Traurigkeit und die Unruhe, die aus deſſen ganzem Weſen ſprach.
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