Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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Oliver Twiſt. 159

über er in Verhältniß lachte, offenbar zur großen Freude des braven Doktors, der ſelbſt ſo unmäßig lachte, daß Heinrich aus Sympathie von Herzen mitlachen mußte. So waren ſie ſo vergnügt, als ſie den Umſtänden nach ſein konnten, und ſie trennten ſich erſt ſpät mit leichtem und dankerfülltem Herzen, um die Ruhe zu genießen, der ſie Alle nach der Sorge und Angſt der letzten Zeit ſo ſehr bedurften.

Oliver ſtand am nächſten Morgen weit heiterer auf und ging mit größerer Hoffnung und mehr Vergnügen an ſeine gewöhnlichen Frühbeſchäftigungen, als an den letzten Tagen. Die Vögel wurden wieder vor das Fen⸗ ſter gehangen, damit ſie an ihren frühern Stellen ſän⸗ gen, und die ſchönſten wilden Blumen geſammelt, die Roſa durch ihren Duft und ihre Farben erfreuen konn⸗ ten. Die Traurigkeit, die noch die trüben Augen des Knaben zu umgeben geſchienen, war wie durch einen Zauberſchlag verſchwunden. Der Thau ſchien glänzender an den grünen Blättern zu funkeln, die Luft in lieb⸗ licherem Tone unter denſelben zu rauſchen, und ſelbſt der Himmel dunklerblau und ſchöner auszuſehen. So⸗ viel vermag unſere eigene Stimmung ſelbſt über Außen⸗ gegenſtände. Die Menſchen, welche die Natur und ihre Mitmenſchen betrachten und behaupten, Alles ſei dunkel und düſter, haben vollkommen Recht; aber die düſtere Farbe geht von ihren eigenen kranken Augen und Her⸗ zen aus. Die wirklichen Farben ſind hell und rein, und um ſie ſo zu finden, braucht man ſie nur mit kla⸗ rem Auge anzuſchauen.

Es verdient bemerkt zu werden, und es entging auch Oliver nicht, daß er ſeine Morgenausflüge nicht mehr allein machte. Heinrich Maylie bekam auf einmal eine ſolche Vorliebe für die Blumen, und entwickelte ſo viel Ge⸗