146
nen, als er dies ſagte, trat auf Oliver zu, als wolle er demſelben einen Schlag verſetzen, ſtürzte aber zu Boden und krümmte ſich an der Erde, während ihm der Schaum vor den Mund trat.
Oliver ſtarrte einen Augenblick die fürchterlichen Zu⸗ ckungen des Wahnſinnigen an(denn für einen ſolchen hielt er ihn), und eilte dann in das Haus hinein, um Hülfe zu holen. Sobald er ihn jedoch hatte in das Haus tra⸗ gen ſehen, kehrte er um, lief ſo ſchnell, als er nur ver⸗ mochte, um die verlorene Zeit wieder einzuholen, und dachte mit großer Verwunderung und nicht ohne Furcht an das ungewöhnliche Benehmen des Mannes, den er eben verlaſſen hatte.
Doch vergaß er den Vorfall bald, und als er das Landhaus erreichte, fand er daſelbſt genug, was ihm alle andern Gedanken aus dem Sinne trieb.
Roſa Maylie war ſchnell noch weit gefährlicher krank geworden, und ehe noch Mitternacht herankam, redete ſie irre. Ein Arzt, der an dem Orte wohnte, verließ ſie nicht, hatte auch, ſobald er die Kranke geſehen, Madame Maylie bei Seite genommen und ihr erklärt, daß die Krankheit eine höchſt gefährliche ſei.»Es wäͤre ein Wun⸗ der,« ſagte er,»wenn ſie davon käme.«
Wie oft ſprang Oliver in dieſer Nacht aus dem Bette, ſchlich an die Treppe und horchte auf den leiſeſten Ton in dem Zimmer der Kranken! Wie oft ſchüttelte ihn ein Schauer und trieb kalte Schweißtropfen auf ſeine Stirn, wenn er gehen hörte und dann fürchtete, es ſei etwas ſo Schreckliches geſchehen, das er gar nicht zu denken wagte! Und was war alle Innigkeit ſeiner Gebete, die er je zum Himmel geſandt, gegen die, welche jetzt für das Leben und die Geſundheit des ſanften, lieben Mädchens, das
Oliver Twiſt.


