Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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52 Oliver Twiſt.

aber dabei den Kopf, als meine ſie, die Frau werde ſo leicht nicht ſterben; dann nahm ſie ihren Sitz neben der andern Wärterin ein, die unterdeß auch wieder ange⸗ kommen war. Fran Corney wickelte ſich in Ungeduld in ihren Shawl und ſetzte ſich unten am Bette nieder. Der Lehrling des Arztes ſtellte ſich, als der Zahn⸗ ſtocher verfertigt war, gerade vor das Feuer und bediente ſich ſeines Fabrikates etwa zehn Minuten lang, worauf er ſchläfrig zu werden ſchien, der Frau Corney eine gute Nacht wünſchte und auf den Zehen fortſchlich.— Nachdem ſie ſchweigend eine Zeitlang da geſeſſen hat⸗ ten, ſtanden die beiden alten Weiber auf, kauerten ſich an dem Feuer nieder und hielten ihre runzeligen Hände gegen daſſelbe, um ſie zu wärmen. Die Flamme warf ein geſpenſtiſches Licht auf ihre welken Geſichter und machte ihre Häßlichkeit wahrhaft gräßlich, als ſie in die⸗ ſer Stellung leiſe mit einander zu ſprechen anfingen. »Sagte ſie weiter nichts, Anne, während ich fort war?« fragte die, welche nach der Frau Corney geſchickt worden war. 1 „Kein Wort,« antwortete die Andere.»Sie zerrte

eine Weile an ihren Armen, aber ich hielt ihr die Hände

und ſie ließ bald nach. Sie hat nicht viel Kraft mehr.«

»Trank ſie den Glühwein, den ihr der Doctor ver⸗ ordnet hatte?« fragte die Erſtere.

»Ich wollte ihr denſelben reichen,« entgegnete die Andere,»aber die Zähne waren ſo feſt aufeinander ge⸗ preßt, daß ich ihr nichts in den Mund brachte. Des⸗ halb habe ich den Glühwein getrunken, und er bekam mir ſehr gut.«

Die beiden Hexen ſahen ſich um, ob ſie wohl gehört würden, rückten näher an das Feuer und lachten von Herzen.