26 Oliver Twiſt. Hürden in der Mitte des großen Platzes und ſo viele tempoyäre, als in den leeren Raum gedrängt werden konnten, waren mit Schafen angefüllt, und lange Rei⸗ hen von Ochſen und Kühen, drei bis vier Stück hoch, an Pfähle angebunden. Bauern, Fleiſcher, Fuhrleute, Jungen, Diebe, Müßiggänger und Vagabunden aller Art drängten ſich in einer dichten Maſſe umher; das Pfeifen der Fuhrleute, das Bellen der Hunde, das Brüllen der Rinder, das Bloͤken der Schafe, das Grunzen und Quie⸗ ken der Schweine; das Geſchrei der Herumträger, das Fluchen und Zanken überall, das Klingeln der Glöckchen und das Geſumme der Stimmen von den Wirthshäu⸗ ſern her; das Drängen, Treiben, Stoßen, Schlagen; der entſetzliche und mißtönende Lärm an allen Punkten des Marktes, und die ungewaſchenen, unraſirten und ſchmutzigen Geſichter, die ohne Aufhören hin⸗ und herlie⸗ fen, das Zuſammenſchieben und Auseinandertreiben des Gedränges— machte zuſammen ein betäubendes Schau⸗ ſpiel, welches die Sinne faſt verwirrte..
Sikes, der Oliver nach ſich zog, bahnte ſich einen Weg durch den dichteſten Haufen, und achtete wenig auf das, was zu ſehen und zu hören war und den Knaben ſo ſehr in Verwunderung brachte. Zwei oder dreimal nickte er einem vorübergehenden Freunde zu, ſchlug eben ſo viel Einladungen zu einem Morgenſchnäpschen aus und drängte geradeaus weiter, bis ſie aus den Maſſen ſo ziemlich hinaus waren.
»Nun, Junge,« ſagte Sikes, indem er an die Uhr der St. Andreaskirche hinaufſah,»iſt es faſt ſieben Uhr; Du mußt ausſchreiten. Komm, bleibe nicht ſchon zurück, Faulpelz!« 5
Sikes begleitete dieſe Worte mit einem rohen Rucke an des Knaben Arme, Oliver ſetzte in eine Art Hunde⸗
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