—=
Oliver Twiſt. 23
welches letztere Gelegenheit und Stoff zu mehreren witzi⸗ gen Bemerkungen von Seiten des Sikes gab. Ueber⸗ haupt war der würdige Mann, wahrſcheinlich in Folge der Ausſicht auf ſein Unternehmen, ſehr guter Laune; als Beweis dafür können wir anführen, daß er im Spaße das ganze Bier auf einmal austrank und, ſo lange die Mahlzeit währte, nicht mehr als etwa ein Schock Flüche vorbrachte.
Nach dem Abendeſſen, zu welchem, wie man ſich leicht denken kann, Oliver ſehr geringen Appetit mitbrachte, nahm Sikes noch ein Paar Gläſer Grog zu ſich, warf ſich ſodann auf das Bett und befahl dem Mädchen unter entſetzlichen Flüchen und Drohungen, ihn Punkt fünf Uhr zu wecken. Oliver legte ſich in ſeinem Anzuge auf Be⸗ fehl des Herrn auf eine Matratze auf den Dielen; das Mäͤdchen ſchürte das Feuer an und blieb vor demſelben ſitzen, um zur rechten Zeit wecken zu können.
Lange lag Oliver wachend da und hielt es nicht für unmöglich, daß Aennchen eine Gelegenheit ſuchen könne, ihm ferner einen guten Rath zuzuſlüſtern, aber das Mäd⸗ chen ſaß unbeweglich an dem Feuer und putzte nur bis⸗ weilen das Licht. Ermattet vom Wachen und der Angſt ſchlummerte er endlich ein.
Als er erwachte, ſtand das Theezeug auf dem Tiſche, und Sikes ſteckte verſchiedene Gegenſtände in die Taſchen feines Ueberziehrockes, der auf einer Stuhllehne hing, während Aennchen geſchäftig das Frühſtück bereitete. Es war noch nicht Tag, denn das Licht brannte noch und draußen ſah es ganz finſter aus. An die Fenſterſcheiben ſchlug der Regen und der Himmel hing voll ſchwerer Wolken..
„»Nun,« brummte Sikes, als Oliver ſich erhob,»es


