Oliver Twiſt.
Pelzmütze, eine dunkele Jacke, graue Zwillichhoſen und ein Schurzfell. Seine Garderobe war allerdings in ziemlich ſchlechtem Zuſtande; er entſchuldigte ſich aber damit, daß ſeine»Zeit« erſt jetzt um ſei, und er keine Aufmerkſamkeit auf ſeine Kleidung habe wenden können. Dann ſetzte er hinzu, er habe in zweiundvierzig langen mühſamen Tagen keinen Tropfen zu ſich genommen, und verſicherte, ſeine Kehle ſei ſo ausgetrocknet, wie ein Kalkkorb.
»Woher kommt wohl der junge Mann, Oliver?« fragte der Jude lächelnd, während die anderen Knaben eine Flaſche Branntwein auf den Tiſch ſetzten.
»Das weiß ich nicht,« antwortete Oliver.
»Wer iſt der?« fragte Tom Chitling mit einem verächtlichen Blick auf Oliver.
»Ein junger Freund von mir,« antwortete der Jude.
»Denk' nie daran, woher ich komme, Junge; Du wirſt bald genug Deinen Weg dahin finden, ich wette.«
Die Knaben lachten darüber, flüſterten nach einigen anderen Späßen der Art einen Augenblick mit Fagin und gingen fort.
Nach einigen freundlich geſprochenen Worten zwiſchen Tom und Fagin zogen ſie die Stühle an das Feuer; der Inde forderte Oliver auf, ſich neben ihn zu ſetzen, und lenkte das Geſpräch auf Gegenſtände, die ſeine Zu⸗ hörer am meiſten intereſſirten, nämlich auf die großen Vortheile ihres Geſchäftes, die Geſchicklichkeit des Sap⸗ permenters, die Liebenswürdigkeit Karlchen Bates' und die Freigebigkeit des Inden ſelbſt. Als endlich dieſe Gegenſtände erſchöpft zu ſein ſchienen, wie Tom Chit⸗ ling ſelbſt(denn der Aufenthalt in dem Zuchthauſe greift an), ging Jungfer Lieschen auch fort.


