172 Oliver Twiſt.
der Ernſt und das bleiche Ausſehen des Kindes einigen Eindruck gemacht hatte, obgleich er an ſolche Dinge gewöhnt war.»Was meinſt Du damit?«
»Ich möchte,« ſagte das Kind,»meine Liebe dem armen Oliver melden und ihn wiſſen laſſen, wie oft ich allein dageſeſſen und geweint habe, wenn ich daran dachte, daß er ohne Hülfe in den dunkeln Nächten um⸗ herwandert; ich möchte ihm ſagen,« fuhr das Kind fort, indem es ſeine kleinen Hände faltete,»daß ich ſehr gern ſtürbe, da ich noch jung bin; denn wenn ich am Leben bliebe und ein Mann würde, vergäße mich viel⸗ leicht meine kleine Schweſter, die im Himmel iſt, oder ich würde ihr unähnlich, und es wäre doch weit beſſer, wenn wir beiden Kinder dort wieder zuſammenkämen.⸗
Herr Bumble betrachtete den kleinen Sprecher vom
Kopfe bis zu den Füßen mit unbeſchreiblichem Erſtau⸗ nen, wendete ſich ſodann zu der Frau und ſagte:»Ei⸗ ner wie der Andere, Frau Mann. Der Oliver hat ſie alle verdorben.«
»Ich traue kaum meinen Ohren,« antwortete Frau Mann, indem ſie die Hände emporhob und einen bos⸗ haften Blick auf den Knaben warf.»Ich habe noch nie einen ſo verhärteten kleinen Böſewicht geſehen.«
»Bringen Sie ihn fort, Madame,« gebot Herr Bumble.»Das muß ich der Behörde melden.⸗
»Ich hoffe, die Herren werden einſehen, daß es nicht meine Schuld iſt, Herr Bumble,« ſprach Frau Mann pathetiſch.
„»Das werden ſie einſehen, Frau Mann; ich werde ihnen die Sache vorlegen, wie ſie iſt. Aber nun fort mit ihm; ich kann ihn nicht länger ſehen.«
Der Kuabe wurde fortgezogen und in dem Kohlen⸗


