144 Oliver Twiſt.
Funfzehntes Kapitel
zeigt, wie lieb der luſtige alte Jude und Jungfer Aennchen Oliver Twiſt hatten.
Läge es nicht in meinem wohlerwogenen und geprüf⸗ ten Plane dieſes proſaiſchen Epos(denn ein ſolches ſoll es ſein), die beiden alten Herren, nachdem es ſo dunkel geworden, daß ſie die Uhr kaum noch erkeunen konnten, die zwiſchen ihnen lag, ſitzen und auf Oliver warten zu laſſen, ſo hätte ich eine gute Gelegenheit, den Leſer mit vielen weiſen Reflerionen davon zu unterhalten, wie es ſehr unklug ſei, unſeren Nebenmenſchen irgend etwas Gutes zu erweiſen, wenn man keine irdiſche Belohnung dafür hoffen kann, wie klug es aber ſei, in einem be⸗ ſondern Falle in gewiſſem Grade Mitgefühl und Theilnahme zu zeigen, und dann dieſe Schwachheiten gänzlich aufzugeben. Ich weiß zwar, daß ich mir durch die Empfehlung dieſer geringen Abweichung von dem Pfade der Weltklugheit den Tadel vieler trefflichen und reſpectablen Perſonen zuziehe, die lange auf demſelben
wandelten; aber ich wage doch zu behaupten, die Vor⸗ theile dabei ſind mannichfaltig und dauernd. Geht es mit dem Menſchen, an dem man einen Verſuch der Rührung machte, gut, beſſern ſich ſeine Umſtände nach der Unterſtützung, die man ihm gewährte, ſo erhebt er gewiß aus lauter Dankbarkeit unſere Güte bis in die Wolken; dadurch wird unſer Character begründet und wir gelten in der Welt für die liebenswürdigſte Perſon, welche im Verborgenen ſo viel Gutes thue, daß nicht der zwanzigſte Theil davon bekannt werde. Iſt dagegen
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