Oliver Twiſt.
zu ihm in das Studirzimmer kommen, wo er mit ihm eine zeitlans ſprechen wolle.
»Ach, Du lieber Gott! waſche Deine Hände, Kind, und laß mich Dir das Haar glatt kämmen,“« ſagte Frau Bedwin.»Hätten wir nur gewußt, daß er nach Dir ſchicken würde, ſo hätten wir Dir einen friſchen Kragen umgethan.«
Oliver that, was die gute Alte ihn thun hieß, und obgleich ſie ſehr klagte, daß es nicht einmal Zeit ſei, ſeinen Hemdekragen zu plätten, ſah er doch ſo zier⸗ lich und nett aus, daß die Alte äußerte, als ſie ihn wohlgefällig vom Kopfe bis zu den Füßen betrachtete, ſie zweifele, ob er durch größern Putz ein beſſeres Aus⸗ ſehen habe erhalten können.
So ermuthigt, klopfte Oliver an die Thüre des Studirzimmers. Herr Brownlow rief»herein!« und Oliver befand ſich in einem Hinterſtübchen, das voll von Büchern war und deſſen einziges Fenſter in einen hübſchen Garten ſah. Vor dem Fenſter ſtand ein Tiſch; an dieſem Tiſche ſaß Herr Brownlow und las. Sobald er Oliver erblickte, ſchob er das Buch bei Seite und hieß den Knaben kommen und Platz nehmen. Oli⸗ ver gehorchte, und wunderte ſich, woher die Leute kom⸗ men ſollten, welche die vielen Bücher leſen könnten, die alle geſchrieben ſein müßten, um die Welt klüger und beſſer zu machen, worüber ſich alle Tage erfahrenere Leute als Oliver Twiſt wundern. 4
„Das ſind viele Bücher, mein Sohn, nicht wahr?«
ſagte Herr Brownlow, als er die Neugierde bemerkte, mitzwelcher Oliver die Büchergeſtelle muſterte, welche
von den Dielen bis an die Decke reichten. »Sehr viele, Sir,« antwortete Oliver; vich ſah ni ſo viele.«
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