34 Oliver Twiſt.
er in die Lehre gehen wolle, zu antworten, er wünſche dies ſehr. Oliver verſprach, dem getreulich nachzukom⸗ men, zumal Bumble ihm einen leiſen Wink gab, er könne es nicht ausſprechen, was mit ihm geſchehen werde, wenn er nicht thue, wie ihm geheißen worden. Als ſie bei der Behörde ankamen, wurde Oliver in ein kleines Zimmer geſchloſſen und von Bumble ermahnt,
darin ſo lange ſich ruhig zu verhalten, bis er ihn wie⸗
der abholen werde.
Der Knabe wartete mit klopfendem Herzen eine halbe Stunde lang, worauf Bumble ſeinen Kopf ohne den dreieckigen Hut hineinſteckte und laut ſagte:
„»Nun komm, lieber Oliver, zu dem Herrn;« aber während er dieſe zärtlichen Worte ſprach, machte er ein grimmiges, drohendes Geſicht, und ſetzte dann leiſe hinzu:»Bedenke, was ich Dir geſagt habe, Bubel⸗«
Oliver ſah, verwundert über dieſe einander wider⸗
ſprechenden Redensarten, in aller Unſchuld Herrn Bumble an, der ihm jedoch keine Zeit ließ, eine Be⸗ merkung darüber zu machen, ſondern ihn ſogleich in ein anſtoßendes Zimmer führte, deſſen Thüre offen ſtand. Es war ein großes Zimmer mit einem großen Fenſter, und hinter einem Pulte ſaßen zwei alte Herren mit ge⸗ puderten Köpfen, von denen einer eine Zeitung, der andere aber mit einer Hornbrille ein vor ihm liegendes Pergamentſtück las. Limbkins ſtand vor dem Pulte an der einen Seite, und Gamfield mit gewaſchenem Geſichte an der andern, während zwei oder drei an⸗ dere Herren mit Stolpenſtiefeln umhergingen.
Der alte Herr mit der Brille ſchien über dem Per⸗ gamente einzuſchlummern, und es trat eine kurze Pauſe ein, als Oliver von dem Herrn Bumble vor das Pult
geſtellt worden war.


