Teil eines Werkes 
1. Th. (1839)
Entstehung
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nebſt einer oder zwei Frauen die Hafergri enszeit herauslöf⸗ felte. Jeder Knabe erhielt einen prlegelöffel voll und nicht mehr, ausgenommen bei feſtlichen Gelegenheiten, und dann bekam er überdies vier und ein Achtel Loth Brort. Die Teller brauchten nie aufgewaſchen zu wer⸗ den, denn die Knaben kratzten daran mit den Löffeln, bis ſie wieder glänzten. War dies geſchehen, was nie lange dauerte, da die Löffel faſt ſo groß waren als die Teller, ſo ſaßen ſie da, warfen ſo gierige Blicke nach dem Keſſel und dem Heerde, als wollten ſie die Steine davon verſchlingen, und leckten dabei emſig die Finger ab, um vielleicht ein Tröpfchen Hafergrütze daran zu erwiſchen. Kinder haben gewöhnlich ausgezeichneten Appetit; Oliver Twiſt und ſeine Gefährten litten Qua⸗ len des langſamen Verhungerns drei Monate lang; endlich aber wurden ſie ſo gierig, daß ein Knabe, der für ſein Alter ziemlich groß und an das Hungern nicht ge⸗ wöhnt war(denn ſein Vater hatte eine kleine Garküche gehabt), die Drohung fallen ließ, wenn er nicht täglich einen Teller voll Hafergrütze mehr bekäme, würde er einmal in der Nacht den Jungen anbeißen, der zunächſt neben ihm ſchlafe, und dies war ein ſchwächliches Kind. Er hatte ein wildes hungriges Auge, und die Andern glaubten ihm unbedingt. Es wurde Rath gehalten und gelooſet, wer noch denſelben Abend nach dem Eſſen zu dem Hausvater gehen und mehr verlangen ſollte. Das Loos traf Oliver Twiſt.

Der Abend kam; die Knaben ſetzten ſich an ihre

Plätze; der Hausvater mit der weißen Schürze ſtellte

ſich an den Keſſel; die beiden Gehülfinnen ſtanden hin⸗ ter ihm; die Hafergrütze wurde ausgetheilt und ein langes Tiſchgebet über das kurze Gericht gef rochen.