Teil eines Werkes 
1. Th. (1839)
Entstehung
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wöchentlich für ein Kind bei Seite für ſich ſelbſt, und

Zweites Kapitel

handelt von Olivers Wachsthum und Erziehung.

In den nächſten acht bis zehn Monaten war Oliver das Opfer eines ſyſtematiſchen Verraths und Betrugs, denn er wurde aufgefüttert. Die hungrige und troſtloſe Lage des verwaiſeten Kindes wurde pflichtmä⸗ ßig von der Behörde des Arbeitshauſes an die Ge⸗ meindebehörde gemeldet. Die Gemeindebehörde fragte

mit aller Würde einer Gemeindebehörde an, ob ſich nicht

in dem Hauſe ein Frauenzimmer befinde, das gerade in der Lage ſei, dem Kinde die Nahrung geben zu können, die daſſelbe bedürfe. Die Arbeitshausbehörde entgegnete unterthänig, es befinde ſich in dem Hauſe kein ſolches Frauenzimmer. Darauf beſchloß denn die Gemeindebe⸗ hörde großmüthig, Oliver Twiſt ſolle in ein drei Meilen entferntes Zwingarbeitshans gebracht werden, wo zwan⸗ zig bis dreißig andere junge Miſſethaͤter gegen die Armen⸗ geſetze den ganzen Tag über ohne die Beläſtigung von überflüſſiger Nahrung und Kleidung, unter der mütter⸗ lichen Aufſicht einer ältlichen Frau, welche die kleinen Wohlthäter für ſieben Pence auf den Kopf wöchentlich aufnahm, auf den Dielen umherkrochen. Für ſieben Pence läßt ſich ein Kind wohl eine Woche lang ſätti⸗ gen, für ſteben Pence kann man ſogar den Magen eines Kindes überladen. Die ältliche Frau war eine geſcheite und erfahrene Frau; ſie wußte, was den Kindern gut war, und noch beſſer, was ihr ſelbſt Vortheil brachte. Deshalb legte ſie den größten Theil der ſieben Pence