Die Pickwicker. 193 zurückzuziehen. Herr Pickwick hat ſeine Banknoten ſo gut untergebracht, daß er bequem von ſeinen Zinſen leben kann, und er hat ſeinen Wohnſitz in einem vortreff⸗ lichen Gaſthauſe unweit Shroters⸗Hill gewählt, wo er wie ein Orakel verehrt wird, ſich häufig ſeiner genauen Bekanntſchaft mit Herrn Pickwick rühmt, und fortwäh⸗ rend die unüberwindlichſte Abneigung gegen Wittwen hegt.
Herr Pickwick bewohnt nach wie vor ſein neues Haus, und benutzt ſeine Muſeſtunden dazu, die Memoiren zu ordnen, die er ſpäter dem Sekretär des einſt ſo be⸗ rühmten Klubbs mitzutheilen beabſichtigt, oder ſich von Sam Weller vorleſen zu laſſen, deſſen gelegentliche Rand⸗ gloſſen und Bemerkungen niemals verfehlen, Herrn Pick⸗ wick großes Verguügen zu machen. Anfangs wurde er ein wenig dadurch beläſtigt, daß die Herren Winkle, Snodgraß und Trundle nicht ermüdeten, ihn zum Ge⸗ vatterſtehen bei ihrer Nachkommenſchaft einzuladen, er iſt jedoch bereits daran gewöhnt, und hat ſich darin, wie in etwas Natürliches und Unvermeidliches ergeben. Bis jetzt hatte er nicht Urſache, ſeine Freigebigkeit und Großmuth gegen Herrn Jingle und Hiob Trotter zu bereuen, denn Beide ſind würdige Mitglieder der menſch⸗
lichen Geſellſchaft geworden, obgleich ſie jede Aufforderung,
auf den Schauplatz ihrer früheren Abenteuer und loſen Streiche zurückzukehren, beſtimmt und entſchieden ableh⸗ nen. Herr Pickwick hat etwas gealtert, und iſt ein wenig gebrechlicher geworden, aber ſein Geiſt iſt noch jugendlich und kräftig; man ſieht den alten Herrn häufig die Gemälde der Bildergallerie in Dulwich betrachten, oder an ſchönen Tagen in den angenehmen Umgebungen luſtwandeln. Allen Armen iſt er wohlbekannt, und ſie verfehlen nie, wenn er vorübergeht, die Hüte abzuziehen. Die Pickwicker. VI. 13


