2 Die Pickwicker. des unruhigen Treibens ihres Berufs hier und dorthin zerſtreut waren, ſind dann vereint und finden einander in jenem glücklichen Zuſtande gegenſeitiger Traulichkeit und Liebe wieder, welche die Quelle ſo reiner ungetrübter Freuden und die zugleich ſo unvereinbar mit den Sorgen und Trübſalen der Welt iſt, daß der religiöſe Glaube der civiliſirteſten Nationen und die Traditionen der roheſten Wil⸗ den ſie gleichmäßig unter die erſten Genüſſe rechnen, die in einem künftigen Daſein den Auserwählten dargeboten werden. Wie viele alte Erinnerungen, und wie viele ſchlummernde Sympathien ruft die Weihnachtszeit hervor. Wir ſchreiben dieſe Worte viele Meilen von dem Orte entfernt, wo wir Jahr für Jahr jenen Tag in einem heitern und muntern Kreis von Freunden zubrachten. Viele Herzen, die damals ſo fröhlich klopften, haben aufgehört zu ſchlagen; viele der Blicke, die in Heiter⸗ keit ſtrahlten, ſind erſtörben; die Haͤnde, die wir traulich drückten, ſind kalt geworden; die Augen, die wir ſuchten, haben ihren Glanz im Grabe verloren; und doch dringen ſich das alte Haus, das Zimmer, die fröhlichen Stimmen und kächelnden Geſichter, die Scherze, die unbedeutendſten Umſtände und Vorfälle jener uns beglückenden Zuſam⸗ menkünfte bei jeder Wiederkehr dieſer Zeit des Jahres uns auf, als hätte die letzte Verſammlung erſt geſtern Statt gehabt. Glückliches, glückliches Feſt, das uns die Traume unſerer Kindertage wiederbringen, dem Greiſe die Freuden ſeiner Jahre zurückzaubern, und den Seemann oder Reiſenden tauſende von Meilen an ſeinen traulichen Heerd und nach feiner ſtillen Heimath zuruͤckverſetzen kann. Dooch wir haben uns ſo in die guten Eigenſchaften und Vorzüge des Weihnachtsabends vertieft, der, beiläufig
geſagt, ganz einem Gentleman vom Lande aus der guten alten
Schule gleicht, daß wir Herrn Pickwick nnd eine Freunde in
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