Die Pickwicker. 163
elf Uhr vorüber. Herr Tupman machte ſich ſeine eigene Gedanken— ſie verweilten irgendwo und ſprachen von ihm.—»Ha ha, ein vortrefflicher Spaß, das!«
»Hat nichts zu ſagen,« bemerkte Wardle nach einem kurzen Stillſchweigen;»ſie werden gewiß gleich kommen. Ich warte übrigens mit dem Abendeſſen auf Nie⸗ mand.« 5
»Ein vortreffliches, bewundernswerthes Princip,« ſagte Herr Pickwick.
»Bitte, nehmen Sie Platz,« ſagte der Wirth.
Man ſetzte ſich.— Es ſtand ein koloſſales Stück kaltes Rindfleiſch auf dem Tiſch, und Herr Pickwick wurde mit einer reichlichen Portion davon verſehen. Er hatte eben ſeine Gabel zu den Lippen erhoben und ſtand im Begriff, ſeinen Mund für die Aufnahme der beſtimm⸗ ten Zufuhr zu eröffnen, als plötzlich aus der Küche her ein verworrenes Geräuſch von vielen Stimmen erſchallte. Er legte die Gabel nieder und Herr Wardle ließ das Trangier⸗Meſſer in dem Fleiſch ſtecken. Herr Pickwick blickte hin, er blickte Herrn Pickwick an.
Man hörte ſchwere Fußtritte auf dem Gange, die Thür des Zimmers wurde plötzlich geöffnet, und der Mann, der die Stiefel des Herrn Pickwick bei deſſen An⸗ kunft gereinigt hatte, ſtürzte herein, und der feiſte Burſche und das ſämmtliche dienende Perſonal hinter ihm her.
„»Was zum Teufel, ſoll das bedeuten?« rief der Hausherr.
»Brennt es im Schornſtein, Emma?« fragte die alte Dame.
„»O Himmel, was iſt denn vorgefallen?« ſchrieen die beiden jungen Damen.
»Was giebt's? was wollt ihr?« donnerte der Haus⸗ herr.
11*


