100 Vierunddreißigſtes Kapitel.
„Niele
„Sie wiſſen ganz gewiß, daß Sie nicht die Hälfte an⸗ nehmen werden?“
„Nie, liebe Klein Dorrit!“
Wie ſie ihn ſchweigend anſah, lag ein Etwas in ihrem liebreichen Geſichte, das er nicht ganz verſtand; ein Etwas, das in Einem Augenblicke in Thränen hätte ausbrechen kön⸗ nen und welches doch glücklich und ſtolz war.
„Es wird Ihnen leid thun, zu hören, was ich Ihnen von Fanny zu ſagen habe. Die arme Fanny hat Alles verloren. Es iſt ihr nichts übrig geblieben, als der Gehalt ihres Man⸗ nes. Alles was Papa ihr bei ihrer Heirath mitgab, iſt den⸗ ſelben Weg gegangen, wie ihr Geld. Es war in derſelben Hand und es iſt Alles verloren.“
Arthur war von der Nachricht mehr erſchüttert als über⸗ raſcht.„Ich hätte gehofft, es wäre nicht ſo ſchlimm,“ ſagte er;„aber ich hatte bei der Verwandtſchaft zwiſchen ihrem Gatten und dem Banquerottirer einen ſchweren Verluſt ge⸗ fürchtet.“
„Ja. Es iſt Alles verloren. Fanny thut mir ſehr leid; ſehr, ſehr leid thut mir die arme Fanny. Und auch mein armer Bruder!“
„Hat er auch Geld denſelben Händen anvertraut?“
„Ja! Und es iſt Alles verloren.— Wie groß denken Sie wol mein Vermögen?“
Wie Arthur ſie fragend, von einer neuen Ahnung be⸗


