110 Achtundzwanzigſtes Kapitel.
1
„Wenn ich das glauben könnte,“ ſagte Clennam,„ſo wäre es eine ſchlimme Ausſicht für uns Alle.“
„O! ſagen Sie das nicht!“ entgegnete Ferdinand.„Es i*ſt Alles in Ordnung. Wir müſſen Schwindel haben, wir finden Alle Gefallen am Schwindel, wir können ohne Schwindel gar nicht fortkommen. Ein wenig Schwindel und ein gerades Geleiſe und Alles geht bewundernswürdig ſeinen Gang, wenn Sie uns ungeſchoren laſſen.“
Mit dieſem hoffnungsvollen Bekenntniß ſeines Glaubens als das Haupt der ausſichtsreichen Barnacles, die vom Weibe geboren, um als Führer eine Unzahl Loſungsworte auszutheilen, die ſie vollſtändig verleugneten und für unecht hielten, ſtand Ferdinand auf. Nichts konnte angenehmer ſein, als ſeine offene und höfliche Haltung, oder mit einem gentlemaniſchern Inſtinkt den Verhältniſſen, unter denen er ſeinen Beſuch machte, angepaßt ſein.
„Iſt es wol erlaubt, zu fragen,“ ſagte er, als ihm Clen⸗ nam mit einem aufrichtigen Gefühl der Dankbarkeit für ſeine Offenheit und gute Laune die Hand treichte,„ob es wahr iſt, daß unſer ſeliger vielbeklagter Merdle die Urſache dieſer vorübergehenden Verwickelung iſt?“
„Ich bin Einer von den Vielen, die er zu Grunde ge⸗ richtet hat.“
„Es muß ein ausnehmend kluger Kerl geweſen ſein,“ ſagte Ferdinand Barnacle.
Arthur, nicht in der Laune, des Verſtorbenenlobendzu gedenken, ſchwieg.


