66 Sechsundzwanzigſtes Kapitel.
dabei. Man kommt in unſerm Berufe nicht vorwärts, Sir, wenn ſich das Gefühl an Etwas betheiligt.“
Wie er die Handſchuhe auszog und ſie in ſeinen Hut legte, ſah er mit einem Seitenblick, daß mit ſeinem Clienten eine große Veränderung vorgegangen war.
„Es thut mir leid, zu bemerken, Sir,“ ſagte Mr. Rugg, „daß auch Ihre Gefühle ſich bei der Sache betheiligen. Aber ich bitte Sie, thun Sie das nicht. Dieſe Verluſte ſind ſehr zu beklagen, Sir, aber wir müſſen ihnen ins Geſicht ſehen.“
„Wenn das Geld, was ich verloren habe, blos mein eigenes geweſen wäre, Mr. Rugg, ſo würde es mich viel weniger ſchmerzen,“ ſeufzte Clennam.
„Wirklich, Sir,“ ſagte Mr. Rugg und rieb ſich munter die Hände.„Sie ſetzen mich in Erſtaunen. Das iſt eigen⸗ thümlich, Sir. In meiner Erfahrung habe ich meiſtens ge⸗
funden, daß die Leute mit ihrem eigenen Gelde am ängſt⸗
lichſten ſind. Ich habe Leute gekannt, die eine anſehnliche Summe von anderer Leute Geld loszuwerden wußten und es recht gut zu tragen verſtanden; wirklich ſehr gut.“
Mit dieſen tröſtenden Bemerkungen nahm Mr. Rugg auf einem Comptoirſeſſel am Pulte Platz und ging an das Geſchäft.
„Wenn Sie alſo erlauben, Mr. Clennam, ſo wollen wir auf die Sache eingehen. Sehen wir uns erſt die Sach⸗ lage an. Die Frage iſt einfach. Die Frage iſt die gewöhn⸗ liche, ſimple, gerade, verſtändige Frage. Was können wir für uns thun? Was können wir für uns thun?“


