2 Dreiundzwanzigſtes Kapitel.
verrückbar den Einen Gegenſtand, von dem er ſich mit aller ſeiner Macht zu befreien bemühte, und dem er nicht ent⸗ fliehen konnte.
Die Gewißheit, die er jetzt beſaß, daß Blandois, welchen Namen er immer eigentlich führen mochte, einer der verwor⸗ fenſten Menſchen war, machte die Laſt auf ſeinem Herzen be⸗ deutend größer. Wenn auch ſein Verſchwinden morgen Er⸗ klärung fände, ſo blieb doch immer die Thatſache beſtehen, daß ſeine Mutter im Verkehr mit einem ſolchen Menſchen ſtand. Daß der Verkehr einen verſteckten Charakter getragen, daß ſie nachgiebig gegen ihn geweſen und ſich vor ihm ge⸗ fürchtet hatte, würde, hoffte er, nur, ihm ſelbſt bekannt blei⸗ ben; aber da er es wußte, wie konnte er es von ſeinen alten † unbeſtimmten Befürchtungen trennen und wie konnte er glauben, daß ein ſolcher Verkehr nichts Schlimmes bedeute?
Ihre entſchiedene Abneigung, die Frage mit ihm zu be⸗ ſprechen, und die Kenntniß, die er von ihrem unbeugſamen Charakter hatte, machten, daß er ſich noch hülfloſer fühlte. Wie ein beängſtigender Traum kam ihm der Gedanke vor, daß Schmach und Schande ihr und dem Andenken ſeines Vaters drohen könnten, und daß ihm, wie durch eine eherne Mauer, jede Möglichkeit abgeſchnitten war, ihnen zu Hülfe zu kommen. Den Zweck, den er in die Heimath mit zurückge⸗„ bracht und den er ſeitdem beſtändig im Auge behalten, hatte ſeine Mutter ſelbſt mit der größten Entſchiedenheit ge⸗ rade zu der Zeit, wo er ihm am dringlichſten erſchien, verei⸗ telt. Sein Rath, ſeine Energie, ſeine Thätigkeit, ſein Geld,
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