Literariſche Anzeige.
Im Verlage des Unterzeichneten iſt erſchienen und durch alle Buchhandlungen zu erhalten:
Weibliche Hausgymnaſtik.
Eine leicht verſtändliche, im Haus und Zimmer ausführ⸗ bare Selbſtanweiſung zu geſundheitsgemäßer und heilkräf⸗ tiger Körperübung. Als Beitrag zur Geſundheitslehre für das weibliche Geſchlecht aller Altersſtufen von Moritz Rloſſ. Mit 27 in den Text gedruckten Abbildungen und einer Muſikbeilage. In Leinwand gebunden.— Preis 1 Thaler.
„Seitdem die Pädagogik und die Geſundheitslehre angefangen haben, die Erziehung einfach und naturgemäß auf die Baſis eines Gleichgewichtes zwi⸗ ſchen körperlicher und geiſtiger Entwickelung der Kräfte zu ſtellen, hat ſich auch das Beſtreben kund gegeben, die menſchliche Lebensführung an die ein⸗ fachen unumſtößlichen Geſetze der Natur zu knüpfen und die Bedingungen zu erfüllen, unter denen die Lebenseinheit des Einzelnen, je nach ſeiner ſittlichen, geiſtigen und leiblichen Beſchaffenheit, den ſtörenden Civiliſationseinflüſſen gegenüber, bewahrt werde.
Bei ſolchen Beſtrebungen für Geſundheitskultur hat man nicht mit Un⸗ recht ein beſonderes Augenmerk auf die Verbeſſerung der weiblichen Geſund⸗ heit gerichtet, weil ſich leicht nachweiſen läßt, daß durch die Schwäche der Frauen eine kräftigere Entwickelung des Menſchengeſchlechts weſentlich ge⸗ hemmt werden muß. Die Geſundheit iſt für Jedermann das ſchätzbarſte aller Lebensgüter; ſie hat aber ihre ganz beſondere Bedeutung für die Familien⸗ mutter, von welcher ſich Abweichungen von der Geſundheit oft auf zwei, drei Generationen übertragen. Häufige und neu auftretende Krankheitserſcheinun⸗ gen des weiblichen Geſchlechtes ließen darauf ſchließen, vaß Manches in ſeiner Lebensweiſe nicht ſo ſein müſſe, wie es naturgemäß ſein ſollte; und mancherlei Verbeſſerungsvorſchläge ſind gemacht worden, welche ſich auf Nahrung, Klei⸗ dung, Gewohnheiten u. dgl. beziehen. Unter dieſen Vorſchlägen iſt der, daß ſich unſere Damen mehr Bewegung machen ſollten, einer der am Meiſten ge⸗ hörten, weil er am Wenigſten befolgt wird, trotzdem, daß der große Einfluß der körperlichen Bewegungen und Uebungen auf die Förderung der Geſundheit ſchon im grauen Alterthume anerkannt war und ſich heutzutage fortwährend aufdrängt, namentlich den Bewohnerinnen großer Städte.
Mit dieſem einfachen und doch ſo wichtigen Gedanken der Leibesübung für das weibliche Geſchlecht beſchäftigt ſich nun unſer Buch, indem es nicht


