66 Zehntes Kapitel.
„Gute Nacht.“
„Ich hatte einmal einen Freund, mein wertheſter Flint⸗ winch,“ ſagte Blandois, mit ausgeſpreizten Beinen vor dem Feuer ſtehend, und ſo offenbar in der Abſicht, daß Clennam es noch unterwegs hören möchte, daß dieſer in der Nähe der Thür ſtehen blieb,— ‚ich hatte einmal einen Freund, der ſo viel von der Nachtſeite dieſer Stadt und ihres Treibens gehört hatte, daß er ſich nach Dunkelwerden nicht allein zwei Leuten anvertraut hätte, die Urſache hatten, ihn unter die Erde zu wünſchen— meinertreu! nicht einmal in einem achtbaren Hauſe, wie dieſes hier iſt— außer wenn er ſicher war, ihnen an körperlicher Kraft überlegen zu ſein. Bah! welch ein Feigling, mein Flintwinch! nicht wahr?“ —„Ein niederträchtiger Haſenfuß, Sir.“
„Gewiß! Ein Haſenfuß. Aber er hätte es nicht gethan, mein Flintwinch, außer wenn er gewußt hätte, daß ſie zwar den Willen hätten, ihn ſtumm zu machen, aber nicht die Macht. Er hätte unter dieſen Verhältniſſen nicht einmal aus einem Glas Waſſer getrunken— nicht einmal in einem achtbaren Hauſe wie dieſes hier iſt, mein Flintwinch— ohne vorher einen von ihnen trinken und es auch hinunter ſchlucken geſehen zu haben!“
Clennam verſchmähte es, zu antworten, oder war es eigentlich nicht gut im Stande, denn die Entrüſtung be⸗ nahm ihm faſt den Athem, und er warf nur noch im Hin⸗ ausgehen dem Beſuch einen Blick zu. Der Beſuch antwor⸗


