Die Träume von Mrs. Flintwinch mehren ſich. 57
Mann zu verſtecken. Keine Ecke in der Straße, hinter der er hätte verſchwunden ſein können; auch war nichts vom Oeff⸗ nen und Zumachen einer Thür zu vernehmen geweſen. Dem⸗ ungeachtet ſchloß er, daß der Fremde einen Schlüſſel bei ſich gehabt und eine der vielen Hausthüren aufgeſchloſſen haben und darin verſchwunden ſein müßte.
Ueber den ſeltſamen Vorfall nachdenkend, trat er in den Hofraum. Wie er aus bloßer Gewohnheit nach den ſchwach⸗ erleuchteten Fenſtern ſeiner Mutter hinblickte, fielen ſeine Augen auf die eben verlorene Geſtalt, welche an dem eiſer⸗ nen Geländer vor dieſen Fenſtern ſtand und vor ſich hin⸗ lachte. Eine der vielen herrenloſen Katzen, die beſtändig bis Nachts hier herumſtreiften und die er verſcheucht hatte, ſchien ſtehen geblieben zu ſein, wie er ſtehen geblieben, und ſah ihn von ſichern Orten oben auf der Mauer, oder über dem Thürbogen mit Augen an, die keineswegs den ſeinigen un⸗ ähnlich waren. Er war nur einen Augenblick ſtehen geblie⸗ ben, um die Katze zu necken; gleich darauf ging er weiter, warf den Zipfel ſeines Mantels über die Schulter, ſtieg die ungleich verſunkenen Stufen hinauf und klopfte laut an die Thür.
Clennams Ueberraſchung war nicht ſo groß, daß ſie ihn abgehalten hätte, auf der Stelle ſeinen Entſchluß zu faſſen. Er ging ebenfalls nach der Thür und ſtieg die Stufen hin⸗ auf. Der Fremde ſah ihn mit renommirender Miene an, und ſang vor ſich hin:


