48 Neuntes Kapitel.
eine von einem Freunde von mir erzogene junge Dame, auf welche ſie einen Einfluß ausübt, der nicht als ſehr heilſam betrachtet werden kann, und der ich ſehr gern die Mitthei⸗ lung machen möchte, daß ihre Beſchützer immer noch mit der alten Theilnahme ihrer gedenken.“
„Wirklich, wirklich?“ entgegnete der Patriarch.
„Wollten Sie deshalb wol ſo gut ſein, mir die Adreſſe Miß Wade's zu geben?“
„O, du meine Güte!“ ſagte der Patriarch,„wie ſich das unglücklich trifft! Wenn Sie nur zu mir geſchickt hätten, als ſie noch hier waren! Die junge Dame fiel mir auf, Mr. Clennam. Eine ſchöne junge Dame von blühendem Aus⸗ ſehen, ſehr dunklem Haar und ſehr dunklen Augen, Mr. Clennam? Wenn ich mich nicht irre, wenn ich mich nicht irre?“
Arthur ſtimmte bei, und ſagte nochmals mit Nachdruck, „wenn Sie ſo gut ſein wollen, mir die Adreſſe zu geben.“
„O, du meine Güte!“ rief der Patriarch mit holdſeligem Bedauern aus.„Hm, hm, hm! wie ſchade, wie ſchade! ich habe keine Adreſſe, Sir. Miß Wade lebt meiſtens im Aus⸗ lande, Mr. Clennam. Das thut ſie ſeit mehreren Jahren, und ſie iſt(wenn ich ſo von einem Mitmenſchen und einer Dame reden darf), launiſch und unverläßlich, daß es faſt zu einem Fehler wird, Mr. Clennam. Ich ſehe ſie vielleicht auf lange, lange Zeit nicht wieder. Ich ſehe ſie vielleicht gar nicht wieder. Wie ſchade, wie ſchade!“
Clennam ſah jetzt, daß er eben ſo viel Hoffnung hätte,


