Mrs. Gowan beſinnt ſich, daß es durchaus nicht geht. 17
„Papa Meagles,“ entgegnete die hochgeborne Wittwe mit einem leutſeligen Lächeln, wobei aber das blühende Roth auf ihrer bläſſer werdenden Wange ein wenig lebhafter ausſah als gewöhnlich,„wahrſcheinlich nicht.“
„Deshalb, meine gute Madam,“ ſagte Mr. Meagles, der mit großer Mühe ſeine Faſſung bewahrte,„deshalb hoffe ich ohne Beleidigung bitten zu dürfen, keine ſolchen Myſtifi⸗ kationen gegen mich anzuwenden.“
„Mama Meagles,“ bemerkte Mrs. Gowan, Ihr lieber Mann iſt ganz unbegreiflich.“
Daß ſie ſich an dieſe würdige Dame wendete, war nur ein Kunſtgriff, ſie ins Geſpräch zu ziehen, mit ihr Zank an⸗ zufangen und ſie zu überwinden. Um dies zu verhüten, trat Mr. Meggles dazwiſchen.
„Mutter,“ ſagte er,„Du biſt unerfahren und es iſt keine gleiche Partie. Ich bitte Dich, Dich ruhig zu verhalten, meine Gute. Hören Sie, Mrs. Gowan, laſſen Sie uns ver⸗ ſuchen, verſtändig zu ſein und die Sache im Guten und un⸗ parteiiſch anzuſehen. Bemitleiden Sie nicht Henry und ich werde Pet nicht bemitleiden. Und ſeien Sie nicht einſeitig, meine werthe Madam; es iſt nicht rückſichtsvoll, es iſt nicht wohlwollend. Wir wollen nicht ſagen, daß wir hoffen, Pet werde Henry glücklich machen oder ſelbſt, daß wir hoffen, Henry werde Pet glücklich machen“(Mr. Meagles ſah ſelbſt nicht glücklich aus, als er ſo ſprach),„ſondern laſſen Sie uns hof⸗ fen, daß ſie ſich einander glücklich machen werden.“
Klein Dorrit. VII. 2


